Australiens landwirtschaftliche Produktion hat in der Saison 2025/26 einen bemerkenswerten Anstieg verzeichnet. Die Gesamternte an Winterkulturen wird auf 68,4 Millionen Tonnen geschätzt, was eine Verbesserung um 13 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Dieses Ergebnis übertrifft auch den Fünfjahresdurchschnitt von 59,5 Millionen Tonnen und stellt das zweithöchste Produktionsvolumen seit Beginn der Aufzeichnungen dar, trotz teilweise widriger Wetterbedingungen.
Steigende Erträge bei Weizen und Gerste
Die Weizenernte hat sich trotz einer kleineren Anbaufläche um 5 % auf 36 Millionen Tonnen erhöht. Verantwortlich hierfür sind überdurchschnittliche Erträge, die den Rückgang der Fläche kompensieren konnten. Auch die Gerstenproduktion profitiert sowohl von einer leicht erweiterten Anbaufläche als auch von hohen Durchschnittserträgen und erreicht ein Niveau von 16,3 Millionen Tonnen, was 23 % über dem Vorjahr liegt.
Der Rapsanbau zeigt ebenfalls beeindruckende Ergebnisse mit einer Produktion von 7,7 Millionen Tonnen, was einem Plus von rund 20 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei Hülsenfrüchten: Die Linsenproduktion erreichte ein Rekordvolumen von 2,1 Millionen Tonnen, ein Anstieg um 60 %, begünstigt durch eine Erweiterung der Anbauflächen um 10 % und Erholung der Erträge nach der Dürre des Vorjahres.
Einfluss auf den Weltmarkt
Die umfangreiche australische Ernte dürfte das globale Angebot insbesondere bei Weizen und Gerste erheblich erhöhen. Dadurch könnten sich die Preistrends in der laufenden Vermarktungssaison abschwächen, was für Importeure von Vorteil wäre.
Regionale Unterschiede: Westen und Norden vorne
In Westaustralien führten überdurchschnittliche Regenfälle zwischen Juli und November sowie milde Frühlingstemperaturen zu außergewöhnlichen Durchschnittserträgen und einer Rekordproduktion. Queensland profitierte ebenfalls von günstigen Bedingungen und konnte dank erweiterter Anbauflächen seine Getreideproduktion über das hohe Niveau des Vorjahres hinaus steigern.
Südosten kämpft mit Herausforderungen
Im Süden des Landes waren die Ausgangsbedingungen weniger günstig. In Südaustralien und Victoria wurden viele Bestände unter trockenen Bedingungen gesät. Dennoch sorgten entscheidende Niederschläge im Juli für einen guten Feldaufgang; Regenfälle im Oktober und November während kritischer Wachstumsphasen halfen ebenfalls, die Erträge stabil zu halten.
Einen konträren Verlauf nahm New South Wales: Hier führten reduzierte Anbauflächen und geringere Erträge, besonders im Süden, zu einem Produktionsrückgang. Gute Bedingungen im Norden konnten dieses Defizit nicht ausgleichen.
