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Butter und Milchpulver im Aufschwung: Nachhaltige Erholung erwartet?

Das Jahr 2025 endete für viele deutsche Milcherzeuger trotz sinkender Preise mit einem positiven Ergebnis. Die Preise fielen zwischen September und Januar um etwa 13 bis 14 Cent pro Kilogramm, was dennoch nicht verhinderte, dass konventionelle Betriebe durchschnittlich über 52 Cent/kg erzielten. Laut Monika Wohlfarth von der Zentralen Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) war dies der zweitbeste Milchpreis, der jemals in Deutschland erreicht wurde, während Biomilcherzeuger mit rund 66 Cent/kg sogar einen neuen Rekordwert verzeichneten.

Ungewöhnliche Entwicklungen bei der Milchanlieferung

Die Milchanlieferungen im Jahr 2025 verliefen laut Wohlfarth ungewöhnlich. Während das erste Halbjahr von einer unterdurchschnittlichen Lieferung geprägt war, bedingt durch die Nachwirkungen der Blauzungenkrankheit, stieg die Anlieferung ab Mitte des Jahres um 7 bis 8 %. Diese Entwicklung setzte sich auch zu Beginn des Jahres 2026 fort, wobei die Menge um mehr als 6 % über dem Vorjahr lag.

Verschiedene Faktoren trugen zu dieser großen Milchmenge bei: Verspätete Kalbungen aufgrund der Krankheit, eine Abnahme von Tierkrankheiten in der zweiten Jahreshälfte und eine Ernte von qualitativ hochwertigem Grundfutter. Auch Fortschritte in Zucht und Mechanisierung spielten eine Rolle. Schließlich stabilisierte sich dadurch erstmals seit zehn Jahren auch der Milchkuhbestand wieder leicht.

Internationale Perspektiven und Trends

Nicht nur in Deutschland, sondern auch international nahm die Milchproduktion zu. In vielen EU-Ländern stieg das Milchaufkommen ab Mitte des Jahres deutlich an, was laut Wohlfarth zu einem EU-weiten Anstieg um 1,9 % führte. Besonders stark waren die Zuwächse in den Niederlanden, Belgien, Polen und Irland. International erhöhten Exportländer ihr Angebot um 2,5 %, während Australien als einziges Land einen Rückgang verzeichnete.

Zudem wurden parallel zur gesteigerten Produktion auch die Inhaltsstoffe der Milch in mehreren Ländern verbessert. Besonders in den USA stiegen Fett- und Eiweißgehalte signifikant an. In der EU fiel dieser Trend bisher schwächer aus.

Veränderungen auf dem US-amerikanischen Markt

In den USA verändert sich derzeit der Milchmarkt markant. Nach einer Phase der Stagnation stieg dort die Produktion im Jahr 2025 erheblich an. Anfang 2026 erreichten die Viehherden die größte Anzahl seit 1993. Die Vereinigten Staaten investierten massiv in neue Verarbeitungskapazitäten für Käse und Molke mit Auswirkungen auf den Exportmarkt.

Zudem treibt eine steigende Nachfrage nach proteinreichen Produkten wie Molke den Markt an, beeinflusst durch den Trend zur Sporternährung und den Einsatz von Abnehmspritzen. Etwa 15 % der US-Bevölkerung sollen solche Medikamente nutzen, was die Nachfrage nach hochkonzentrierten Molkenproteinen ankurbelt.

Käse: Ein globaler Verkaufsschlager

Käse hat sich als besonders beliebtes Exportprodukt etabliert und trägt maßgeblich zum Wachstum des globalen Handels mit Milchprodukten bei. Die EU konnte ihre Exporte im Jahr 2025 weiter steigern und erreichte insbesondere bei Käse und Molkenpulver neue Höchststände.

Trotz gesunkener Preise für Butter und Magermilchpulver zogen deren Nachfrage wieder an. Insbesondere im deutschen Einzelhandel stieg der Absatz deutlich an. Auch Exporte von Magermilchpulver und Käse legten zum Jahresende kräftig zu.

Aussichten für den Milchmarkt

Laut Wohlfarth scheint der Tiefpunkt bei den Preisen zum Jahresende durchschritten zu sein, da im Januar und Februar Notierungen für Butter, Käse und Magermilchpulver wieder anstiegen. Dennoch bleibt ein Risiko bestehen: Der Konflikt im Iran könnte steigende Energie- und Düngerkosten nach sich ziehen und damit auch Auswirkungen auf den europäischen Exportmarkt haben.