Zum Jahresbeginn 2026 sehen sich Milchbauern mit einem weiteren Rückgang des Milchpreises konfrontiert. Der Garantiepreis von FrieslandCampina, einer führenden Genossenschaft, fiel für den Monat Januar um 4 Cent auf 39,50 Cent pro Kilogramm Milch. Dies ist das erste Mal seit Oktober 2021, dass das Milchgeld unter die wichtige Schwelle von 40 Cent rutscht.
Drastischer Preisverfall binnen vier Monaten
Im Vergleich zum Vorjahr erleben die Milcherzeuger einen erheblichen Einkommensverlust. Anfang 2025 lag der Garantiepreis noch bei 56 Cent/kg. Seit September des vergangenen Jahres ist er um fast 30 Prozent gesunken. Diese Entwicklung betrifft nicht nur FrieslandCampina, sondern auch andere Molkereien, die ihre Auszahlungspreise drastisch reduziert haben.
Niedrigere Erlöse für Molkereiprodukte
Die Ursache für den Preisverfall liegt in den geringeren Einnahmen aus Basisprodukten wie Butter und Magermilchpulver. Laut dem ife Institut für Ernährung und Ernährungswirtschaft betrug der Rohstoffwert der Milch im November nur noch 35,7 Cent/kg ab Hof. Gleichzeitig sank der Preis für Deutsche Markenbutter im Einzelhandel drastisch von 2,39 Euro auf nur noch 0,99 Euro pro 250 Gramm.
Überproduktion verstärkt Preisdruck
Ein weiterer Faktor ist das gestiegene Angebot an konventioneller Milch. Angaben des Verbandes der Milcherzeuger Bayerns (VMB) zufolge übertraf das Milchaufkommen Anfang Dezember die Vorjahreswerte um fast 7,5 Prozent. Die Überproduktion führte zu einem Einbruch der Kurse am Spotmarkt, wo vor den Feiertagen weniger als 20 Cent pro Kilogramm Rohmilch gezahlt wurden.
Stabilität im Bio-Milchmarkt
Während sich die Preise für konventionelle Milch im freien Fall befinden, zeigt sich der Bio-Milchmarkt stabiler. Trotz einer steigenden Milchanlieferung zahlen Molkereien weiterhin höhere Preise für Bio-Milch. FrieslandCampina hat den Garantiepreis für Biomilch im Januar leicht auf 68 Cent/kg gesenkt, was immer noch ein historisch hoher Wert ist und deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegt.
Deutlicher Bio-Aufschlag
Der Unterschied zwischen dem konventionellen und dem Bio-Garantiepreis hat sich erheblich vergrößert. Mit einem Abstand von 28,5 Cent pro Kilogramm beträgt der Bio-Aufschlag inzwischen mehr als 70 Prozent gegenüber konventioneller Ware. Diese Differenz bietet Landwirten Anreize, auf nachhaltigere Produktionsmethoden umzustellen.
Neben den Herausforderungen birgt diese Entwicklung auch Chancen für die Betriebe: Ein Umstieg auf ökologische Produktion könnte sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile bringen. Dennoch bleibt die Lage angespannt, und viele Landwirte hoffen auf eine baldige Erholung des Marktes.
