Der globale Handel mit Gerstenmalz steht vor einem weiteren Rückgang, da für die Saison 2025/26 ein Minus von 7 % prognostiziert wird. Mit voraussichtlich 7,3 Millionen Tonnen bedeutet dies den vierten Rückgang in Folge. Die Europäische Union bleibt dabei unangefochten der größte Exporteur, auch wenn die Nachfrage hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Brauindustrie unter Druck
Die Gründe für den schwindenden Malzhandel sind vielfältig. In der Brauindustrie sorgen wirtschaftlicher Druck und sinkende Einkommen dafür, dass Verbraucher insbesondere in Europa und den USA weniger alkoholische Getränke konsumieren. Ein zunehmendes Gesundheitsbewusstsein trägt ebenfalls dazu bei, dass Alternativen wie Wein oder Cocktails an Beliebtheit gewinnen.
Um auf diese Trends zu reagieren, setzen Brauereien verstärkt auf alkoholreduzierte oder alkoholfreie Angebote sowie auf Premiumprodukte, insbesondere im Bereich Whisky. Dies zeigt sich deutlich in der Verlangsamung des Wachstums im Craft-Bier-Sektor, der seine Reifephase erreicht hat.
Bedeutung von Malz in der Lebensmittelproduktion
Neben der Brauerei ist Malz auch in der Lebensmittelindustrie eine bedeutende Zutat. Aufgrund seiner Mikronährstoffgehalte wird es in Produkten wie Brot, Frühstückscerealien und Süßwaren eingesetzt. Trotz seiner gesundheitlichen Vorteile ist dieser Markt jedoch vergleichsweise klein.
Südamerikas Malzmarkt im Wandel
Brasilien bleibt mit über 1 Million Tonnen Importen pro Jahr führend in Südamerika. Dennoch werden die Importe aufgrund steigender lokaler Produktion und neuer Mälzereien zurückgehen. Die Konsumenten zeigen vermehrt Interesse an Premium- und Craft-Bieren sowie an alkoholfreien Varianten.
Veränderungen im asiatischen Markt
In Asien werden die Malzeinfuhren voraussichtlich um 6 % schrumpfen. Australien und China gewinnen als Lieferanten an Bedeutung, während Japans Nachfrage aufgrund demografischer Veränderungen stagniert. Ein wachsender Tourismus stabilisiert jedoch teilweise den Rückgang in Ländern wie Vietnam und Thailand.
Afrikanische Märkte unter Herausforderungen
Afrikas Malzeinfuhren könnten um knapp 5 % sinken, da Nigeria weiterhin größte Abnehmer bleibt. Höhere Alkoholsteuern wirken sich jedoch dämpfend auf den Import aus. Auch Länder wie Südafrika und Angola bleiben wichtige Märkte.
Aussichten für andere Exporteure
Trotz globaler Herausforderungen plant Australien eine Ausweitung seines Exports um 9 %, während Kanada mit einem leichten Rückgang rechnet. Chinas Exporte könnten hingegen um 11 % steigen.
Letztlich zeigt sich: Trotz des erwarteten Rückgangs bleibt die EU mit einem Anteil von 44 % dominierend im globalen Malzhandel, gefolgt von anderen wichtigen Akteuren weltweit.
