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Biomilchkrise: 20%-Ziel bis 2030 in Gefahr – DBV fordert Kurswechsel

Der Rückgang der Biomilchbetriebe ist nicht nur ein deutsches, sondern ein europaweites Phänomen. Laut Angaben des Deutschen Bauernverbands (DBV) wird das Ziel, bis 2030 einen Anteil von 20 Prozent Ökolandbau zu erreichen, voraussichtlich verfehlt. Trotz steigender Umsatzzahlen im Biomarkt, die im Vorfeld der Biofach vermeldet wurden, profitieren die Ökobauern offenbar nicht von diesem Wachstum.

Rückgang bei Biomilchbauern

Der DBV weist darauf hin, dass fast zehn Prozent der deutschen Öko-Milchviehbetriebe ihre Zertifizierung bis 2025 aufgeben mussten. Auch in anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Österreich und Dänemark ist die Zahl der Bio-Milchviehhalter um bis zu 15 Prozent gesunken. In Bayern fiel der Rückgang etwas moderater aus: Die Ökofläche reduzierte sich um 7.349 Hektar beziehungsweise 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Zahl der Ökobetriebe um 261 Betriebe oder 3,4 Prozent abnahm.

Herausforderungen durch Weidepflicht

Ein weiterer Knackpunkt ist die Weidepflicht für Geflügelhaltungen ab 2030. DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet kritisiert überzogene Auflagen in der Tierhaltung und mangelnde Alternativen zur Kreislaufwirtschaft als Hauptprobleme. Sie sieht das politische Ziel einer Ausweitung des Ökolandbaus auf über 20 Prozent der Fläche als gefährdet an.

Der Bauernverband fordert daher eine flexiblere Ausgestaltung der Weidepflicht. Laufhöfe und Außenklimaställe sollten als gleichwertige Alternativen anerkannt werden. EU-Agrarkommissar Hansen hat jedoch auf der Grünen Woche klargestellt, dass er grundsätzlich an der Weidepflicht festhalten möchte.

Kreislaufwirtschaft und Forschung

Der DBV plädiert dafür, verschiedene Wege zur Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen und zu fördern. Neben Tierhaltung zählen dazu auch Biogaserzeugung und regionale Nährstoffkooperationen zwischen ökologischen und konventionellen Betrieben. Mehr Pragmatismus sei nötig, um starren Dogmen entgegenzuwirken, so Sabet.

Zusätzlich betont sie die Bedeutung einer stärkeren Förderung der Ökoforschung in Bereichen wie angepasste Sortenentwicklung, biologischer Pflanzenschutz und effiziente Düngestrategien.

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