Der britische Pflanzenschutzverband CropLife UK und der Bauernverband NFU warnen vor den Folgen einer unüberlegten Annäherung des Vereinigten Königreichs an die Europäische Union im Rahmen eines neuen Handelsabkommens. Laut einem Bericht des Anderson Centre, das von CropLife UK beauftragt wurde, könnte ein schlecht verhandeltes Abkommen die Einkommen britischer Landwirte um 10% reduzieren und die Produktion von wichtigen Lebensmitteln wie Weizen und Kartoffeln gefährden.
Gefahr für die Pflanzenschutzpolitik
Die Studie des Anderson Centre hebt hervor, dass eine sofortige Umsetzung eines neuen Abkommens über gesundheitspolizeiliche und pflanzenschutzrechtliche Maßnahmen (SPS) zum Verlust von Pflanzenschutzmitteln führen könnte. Dies wäre der Fall, wenn die seit dem Brexit getroffenen Entscheidungen in der britischen Pflanzenschutzpolitik rückgängig gemacht würden. Besonders betroffen wären Wirkstoffe, die in Großbritannien zugelassen sind, aber in der EU noch nicht verfügbar sind.
Steuerung der Agrarpolitik notwendig
Empfohlen wird ein Prozess der kontrollierten Angleichung im Rahmen des Abkommens mit der EU. Laut dem Anderson Centre könnten so Störungen im Agrarsektor minimiert werden. Diese Strategie soll einen reibungsloseren Übergang ermöglichen und wird als notwendig erachtet, um negative Auswirkungen auf den Agrarsektor zu verhindern.
Kosten für den Agrarsektor
Der NFU unterstreicht ebenfalls die Wichtigkeit eines schrittweisen Übergangs zu EU-Vorgaben. Eine sofortige Anpassung könnte laut dem Verband den britischen Acker- und Gartenbau im ersten Jahr Kosten von 500 bis 810 Millionen Pfund verursachen. Seit 2021 wurden vier neue Pflanzenschutzmittel in Großbritannien eingeführt, die in der EU noch nicht erhältlich sind.
Übergangsfrist als Lösung
Laut Tom Bradshaw, Präsident des NFU, bestätigt der Bericht die erheblichen Risiken für britische Betriebe und die Lebensmittelproduktion. Eine Übergangsfrist sei daher unerlässlich, um diese Herausforderungen effektiv zu managen.
CropLife UK betont zudem, dass eine sorgfältige Bewertung der Kosten und Folgen verschiedener Ansätze vor einem neuen Abkommen entscheidend ist. Das Ziel müsse sein, die negativen Auswirkungen auf Landwirte und Verbraucher zu minimieren.
