Der deutsche Holzmarkt sieht sich Anfang 2026 mit beispiellosen Preissteigerungen für Fichte und Kiefer konfrontiert. Diese Entwicklung resultiert aus einer erheblichen Verknappung der Ressourcen, die dazu geführt hat, dass die Holzindustrie ihre Preise drastisch angehoben hat. Waldbesitzer profitieren von den gestiegenen Erlösen für Nadelrundholz, während Sägewerke mit leeren Lägern und explodierenden Kosten kämpfen müssen.
Rekordpreise für Fichten- und Kiefernholz
Laut Berichten von Waldbesitzerverbänden haben sich die Preise für das Leitsortiment Fichte B 2b+ im Januar auf durchschnittlich 129 bis 132 Euro pro Festmeter erhöht, wobei auch höhere Preise möglich sind. Auch Kiefernholz erreicht durch eine starke Nachfrage neue Höchststände von durchschnittlich 95 bis 98 Euro pro Festmeter in der Güte B/C. Damit erhalten Waldbesitzer an der „Waldstraße“ etwa 25 bis 30 Euro mehr als im Vorjahr. Die Sägewerke hingegen leiden unter einer akuten „Rohstoffunterversorgung“, da nur wenig frisches Stammholz verfügbar ist.
Ursachen der Knappheit und Marktausblick
Die extreme Holzknappheit ist offenbar auf das geringe Angebot an Schadholz zurückzuführen, das normalerweise etwa die Hälfte des Holzeinschlags ausmacht. Ohne dieses Holz gibt es kaum noch Preisunterschiede zwischen Käferholz und unbeschadetem Holz, was die Marktlage weiter verschärft. Der Bundesverband der Holzindustrie warnt vor einer möglichen existenziellen Krise der Säge- und Holzindustrie, sollte nicht bald mehr Holz auf den Markt kommen.
Anstieg der Nachfrage nach Energieholz
Zusätzlich zu den hohen Preisen für Bauholz zeigt sich auch am Energieholzmarkt eine steigende Nachfrage. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Hackgut hat spürbar zugenommen, was teilweise auf die anhaltend tiefen Temperaturen zurückzuführen ist, die zu einem raschen Lagerabbau geführt haben. Auch hier steigen die Preise merklich.
Strategien zur Bewältigung der Krise
Um dieser angespannten Lage zu begegnen, empfehlen Experten wie Herbert Borchert von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft den Waldbesitzern, den aktuellen Preisanstieg zu nutzen, um Fichten zu fällen und in klimaresistentere Mischwälder zu investieren. Diese Maßnahmen könnten langfristig helfen, die Wälder widerstandsfähiger gegen Klimaeinflüsse zu machen und gleichzeitig wirtschaftlich von den aktuellen Marktbedingungen zu profitieren.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Situation entwickelt. Entscheidend wird sein, ob Einschlagsmengen gesteigert werden können und wie sich äußere Faktoren wie Stürme oder Käferbefall auf das Angebot auswirken werden. Unabhängig davon bleibt festzustellen: Der Markt befindet sich in einer dynamischen Phase, in der Waldbesitzer momentan eine sehr starke Position innehaben.
