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Russlands Getreideexporte sinken: Konkurrenzdruck am Weltmarkt wächst

Russland steht vor erheblichen Herausforderungen auf dem globalen Getreidemarkt. Der starke Konkurrenzdruck hat zu einem signifikanten Rückgang der Exporte geführt. Laut der Russischen Getreideunion (RGU) sanken die Ausfuhren in der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2025/26 um 18 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, was bedeutet, dass von Juli bis Dezember 2025 rund 33,9 Millionen Tonnen Getreide exportiert wurden, verglichen mit 41,2 Millionen Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Rückgänge bei Weizen und Gerste

Der größte Teil der russischen Getreideexporte entfiel auf Weizen. Die Lieferungen gingen um 14 % auf 27,9 Millionen Tonnen zurück. Der Rückgang bei Gerste war noch ausgeprägter: Hier schrumpften die Exporte um 28 % auf 3,2 Millionen Tonnen. Auch die Maisausfuhren verzeichneten ein Minus von 12 %, sodass nur noch 1,8 Millionen Tonnen verschifft wurden. Für das gesamte Wirtschaftsjahr 2025/26 wird erwartet, dass Russland zwischen 46 und 47 Millionen Tonnen exportieren könnte. Sollte sich der Wettbewerbsdruck jedoch weiter verstärken, könnten es auch nur 44 bis 45 Millionen Tonnen werden.

Zunehmender internationaler Wettbewerb

Der Hauptgrund für den Exportdruck ist laut RGU die zunehmende Konkurrenz auf dem internationalen Markt. Erwartet wird ein erheblicher Anstieg der Getreidelieferungen aus der EU auf bis zu 32,5 Millionen Tonnen, während im Vorjahr 27,9 Millionen Tonnen exportiert wurden. Australien könnte seine Weizenausfuhren sogar von 21,3 Millionen Tonnen im Vorjahr auf bis zu 27 Millionen Tonnen steigern. Auch Argentinien plant eine deutliche Erhöhung seiner Getreidelieferungen.

Verlust an Abnehmern

Neben dem wachsenden Wettbewerb hat Russland auch zahlreiche Käufer verloren. Statt wie zuvor an 69 Länder lieferte es im Berichtszeitraum nur noch an 49 Länder. Ein Grund dafür könnte sein, dass russische Exporteure häufig keine Preisnachlässe gewähren wollten, sodass sich viele Abnehmer für andere Lieferanten entschieden haben. Im ersten Halbjahr des Wirtschaftsjahres 2025/26 war Ägypten mit Lieferungen von 5,35 Millionen Tonnen der größte Abnehmer russischen Weizens, gefolgt von der Türkei mit 4,2 Millionen Tonnen.

Lösungsansätze und Perspektiven

Um den Herausforderungen zu begegnen und den Export wieder anzukurbeln, könnten russische Exporteure über Preisstrategien nachdenken oder neue Märkte erschließen. Eine stärkere Fokussierung auf Qualität sowie nachhaltige Anbaumethoden könnten ebenfalls helfen, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und neue Abnehmer zu gewinnen.

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