Anzeige
 

NRW-Fleischproduktion 2024: Schwein rückläufig, Geflügel boomt

Die Fleischindustrie in Nordrhein-Westfalen verzeichnete 2024 ein Produktionsvolumen von etwa 1,6 Millionen Tonnen Schweinefleisch. Dies stellt eine Fortsetzung des Wachstums dar, obwohl die Menge immer noch 14,5 % unter dem Niveau von 2010 liegt. Im Regierungsbezirk Münster konzentrierten sich die Schweineschlachtungen mit einem Anteil von 43,6 %.

Rückgang bei der Rinderschlachtung

Die Rinderschlachtung in NRW setzte ihren seit 2015 andauernden Abwärtstrend fort. Mit rund 160.300 Tonnen Schlachtgewicht im Jahr 2024 erreichte sie einen neuen Tiefstand, der 28,1 % unter dem Wert von 2010 lag. Der größte Teil des Rindfleischs wurde im Regierungsbezirk Detmold produziert, der für 53,1 % des Gesamtvolumens verantwortlich war.

Anstieg bei Geflügelfleisch

Im Gegensatz dazu erlebten die Geflügelschlachtereien in NRW einen Boom. Die Produktion erreichte mit 58.300 Tonnen einen neuen Höchstwert und stieg im Vergleich zu 2010 um 25,4 %. Diese Entwicklung hebt sich deutlich von den Trends bei Schweine- und Rindfleisch ab.

Import- und Exporttrends

Trotz einer stabilen Importmenge von rund 682.000 Tonnen, die ähnlich wie 2010 blieb, stieg der Warenwert um über 50 %, was auf steigende Fleischpreise hindeutet. Besonders erwähnenswert ist der Rückgang der Schweinefleischimporte um 17,3 %, während Geflügelfleischimporte um 28,5 % zunahmen.

Zudem exportierte die Region 885.000 Tonnen Fleischprodukte im Jahr 2024, was einen Rückgang von 17,5 % gegenüber 2010 darstellt. Der Exportwert stieg jedoch um knapp 16,7 %, wobei Schweinefleisch mehr als die Hälfte des Exports ausmachte.

Betriebsstruktur im Wandel

Laut einer Agrarstrukturerhebung hielten im Jahr 2023 rund 23.650 landwirtschaftliche Betriebe in NRW Vieh, was etwa 70 % aller Betriebe ausmacht. Der Regierungsbezirk Münster führte mit einem Anteil von 34 %, gefolgt von Detmold mit 20 %. Insgesamt verringerte sich die Anzahl tierhaltender Betriebe seit 2010 um 15 %.

Diesen Entwicklungen stehen sowohl Herausforderungen als auch Chancen gegenüber: Während einige Sektoren wie das Rindfleisch Schwierigkeiten haben, zeigen andere wie das Geflügel Potenzial für Wachstum. Zukünftige Strategien könnten den Fokus auf nachhaltige Praktiken und Marktdiversifizierung legen.

Weitere Agrarmarkt-Nachrichten

Rindfleischproduktion 2026: Weltweiter Rückgang um 1 % erwartet

Die weltweite Produktion von Rindfleisch wird im Jahr 2026 voraussichtlich auf rund 77 Millionen Tonnen sinken, was einem Rückgang von etwa 1...

Nordzucker schließt Werk in Trenčianská Teplá: 50% Stellenabbau droht

Die Nordzucker AG plant, die Zuckerproduktion im slowakischen Werk Trenčianská Teplá nach der Kampagne 2025/26 einzustellen. Dies geschieht vor dem Hintergrund von...

Eurolysine fordert schärfere EU-Schutzzölle gegen chinesisches Lysin

Der Markt für Futtermittelzusatzstoffe in Europa sieht sich derzeit mit Herausforderungen konfrontiert, da der französische Hersteller Eurolysine verstärkte Schutzmaßnahmen gegen Lysinimporte aus...

Rinderpreise unter Druck: Marktbeobachter erwarten stabile Entwicklungen

Die aktuelle Marktlage bei Rindern zeigt einen deutlichen Preisdruck, da sowohl die Hauspreise einiger Schlachthöfe als auch die Anzahl der Schlachtungen gesunken...

Milchpreise steigen weltweit: Höchster Anstieg seit 2021 erzielt

Die weltweiten Milchpreise erleben derzeit einen deutlichen Aufwärtstrend. Auf der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) sind die Preise bei den letzten drei...