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Gasheizung: Landwirte riskieren hohe Kosten durch steigende Netzentgelte

Landwirte in Deutschland stehen vor einer bedeutenden Herausforderung: Die Kosten für den Betrieb von Gasheizungen könnten in Zukunft drastisch steigen. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) prognostiziert, dass die Netzentgelte aufgrund sinkender Kundenzahlen und hoher Fixkosten massiv ansteigen werden. Für landwirtschaftliche Betriebe, die immer noch auf Gasheizungen setzen, könnte dies zu jährlichen Mehrkosten von mehreren tausend Euro führen.

Wachsende Belastung durch steigende Netzkosten

Die Studie zeigt, dass die jährlichen Netzkosten für Haushalte bis 2045 um bis zu 3.000 bis 4.000 Euro steigen könnten. Dies resultiert aus der Tatsache, dass immer weniger Haushalte Gas nutzen, während die Fixkosten der Netze konstant bleiben oder sogar steigen. Besonders problematisch ist dies für Landwirte, deren Betriebskosten ohnehin bereits hoch sind.

Laut Modellrechnungen des Fraunhofer IFAM könnte ein typischer Drei-Personen-Haushalt am Ende der zulässigen Gasnutzung mit jährlichen Kosten zwischen 3.300 und 4.300 Euro rechnen – eine Verzehnfachung im Vergleich zu den aktuellen Belastungen.

Frühzeitiger Umstieg als Lösung

Um diese finanziellen Belastungen zu minimieren, empfiehlt die Studie einen frühzeitigen und koordinierten Ausstieg aus der Gasversorgung. Insbesondere wird vorgeschlagen, ganze Stadtquartiere schrittweise auf erneuerbare Wärmequellen umzustellen. Dies würde es ermöglichen, Netzabschnitte gezielt stillzulegen und somit Kosten zu sparen.

Till Irmisch vom Umweltinstitut München betont, dass diejenigen Landwirte Gefahr laufen, stark überhöhte Kosten tragen zu müssen, die weiterhin auf Gasheizungen setzen. Die Umstellung auf erneuerbare Energien könnte hingegen langfristig wirtschaftliche Vorteile bieten.

Politische Rahmenbedingungen

Obwohl viele Kommunen über die Stilllegung von Gasnetzen diskutieren, mangelt es noch an rechtssicheren Regelungen. Das Bundeswirtschaftsministerium plant eine Gesetzesänderung, die es Netzbetreibern erlauben soll, Haushalte vom Gasnetz zu trennen und neue Anschlüsse zu verweigern – vorausgesetzt es wird eine Ankündigungsfrist von zehn Jahren eingehalten.

Roland Meyer vom Fraunhofer IFAM kritisiert diese lange Frist als hinderlich für einen geordneten Rückzug aus der Gasversorgung. Er empfiehlt eine verbindliche Planungspflicht für Netzbetreiber bis spätestens 2027, um unnötige Kosten in Milliardenhöhe zu vermeiden.

Warnung vor Fehlanreizen

Das Umweltinstitut München warnt davor, dass ohne klare Vorgaben die Planung verzögert werden könnte und steigende Kosten auf Verbraucher abgewälzt werden könnten. Irmisch hebt hervor, dass Netzbetreiber kein Eigeninteresse an der Stilllegung haben und darauf hoffen könnten, dass staatliche Subventionen einspringen.

Letztlich liegt es an der Regierung sicherzustellen, dass solche Fehlanreize vermieden werden und landwirtschaftliche Betriebe nicht zusätzlich belastet werden. Die Studie „Kosteneinsparungen einer frühen Gasnetzstilllegungsplanung“ wurde im Auftrag des Umweltinstituts München erstellt und zeigt deutlich auf, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen.

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