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Nur jeder zweite Landwirt beantragt Agrardiesel-Rückvergütung

Eine aktuelle Analyse des Bayerischen Rundfunks zeigt, dass die Nutzung der Agrardiesel-Rückerstattung in Deutschland deutlich geringer ausfällt als erwartet. Trotz der Wiedereinführung dieser Vergünstigung im Jahr 2026 beantragten in den Jahren 2021 und 2022 nur etwa die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe eine Rückerstattung. Diese Entwicklung wirft Fragen zur Notwendigkeit und Bedeutung der Subvention auf.

Nutzung variiert stark zwischen den Bundesländern

In den verschiedenen Bundesländern gibt es erhebliche Unterschiede bei der Beantragung der Agrardiesel-Rückvergütung. Während in Bayern und Niedersachsen über zwei Drittel der Landwirte die Möglichkeit nutzen, liegt die Antragsquote in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen bei lediglich rund 40 Prozent. Im Durchschnitt erhielten Antragsteller etwa 2.800 Euro zurück, wobei größere Betriebe höhere Summen erstattet bekamen.

Die niedrige Antragsquote wird von den Bauernverbänden in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen mit administrativen Hürden begründet. Die Umstellung auf ein Online-Portal, das eine Identifizierung mittels ELSTER-Zertifikat erfordert, habe viele Landwirte abgeschreckt, so die Verbände.

Kritik an der Rückerstattung

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Karl Bär äußerte sich verwundert über die geringen Antragszahlen und deutete an, dass viele Betriebe auch ohne diese Unterstützung auskommen könnten. Der Agrarökonom Alfons Balmann vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung sieht in der Subvention eher ein „nettes Bonbon“ als eine essenzielle Unterstützung für den Sektor. Seiner Meinung nach sind solche Vergünstigungen vor allem ein politisches Signal an größere Betriebe.

Subventionen auf dem Prüfstand

Balmann plädiert für einen schrittweisen Ausstieg aus solchen Subventionen und spricht sich außerdem für die Abschaffung weiterer Unterstützungsmaßnahmen wie Direktzahlungen oder Steuerfreibeträge aus. Auch Stephan von Cramon-Taubadel von der Universität Göttingen vertritt die Ansicht, dass eine Subventionierung von Agrardiesel nicht mehr zeitgemäß sei. Professor Bernhard Brümmer aus Göttingen hält mögliche Kürzungen bei Kfz-Steuern und Dieselrückvergütungen ebenfalls für manageable.

Diese Diskussionen werfen ein Schlaglicht auf die Notwendigkeit einer Reformierung landwirtschaftlicher Subventionen in Deutschland, um langfristig nachhaltige Strukturen zu fördern.

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