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Tine stoppt Verkauf von Milch mit umstrittenem Futterzusatz Bovaer

In einer aktuellen Entwicklung hat die größte Molkerei Norwegens, Tine, beschlossen, die Milch von Kühen, die mit dem Futterzusatz Bovaer gefüttert wurden, aus ihrem Sortiment zu streichen. Diese Entscheidung folgt auf zunehmende Skepsis sowohl von Verbrauchern als auch von Landwirten gegenüber diesem Produkt.

Vertrauensverlust bei Verbrauchern und Landwirten

Laut einem Bericht der norwegischen Zeitung Verdens Gang (VG) reagiert Tine auf Bedenken hinsichtlich des methanhemmenden Zusatzes Bovaer. Der Konzern, der rund 11.400 Mitglieder und 9.000 Genossenschaftsbetriebe umfasst, betont sein Ziel, den Kunden gesunde und zufriedenstellende Lebensmittel zu bieten. Trotz der Vorteile im Bereich der Emissionsreduzierung hat sich gezeigt, dass das Vertrauen der Verbraucher in Produkte, die mit Bovaer in Verbindung stehen, geschwunden ist.

Forschung und Vorsicht

Gine Wang-Reese von TINE hebt hervor, dass die Entscheidung nicht auf einer nachgewiesenen Gefahr von Bovaer für Tiere oder Menschen basiert. Vielmehr sei es nicht gelungen, das notwendige Vertrauen bei den Konsumenten aufzubauen. In Dänemark laufen derzeit Untersuchungen zu einem möglichen Zusammenhang zwischen Bovaer und Krankheiten in Rinderherden. In Norwegen wurde die Verwendung von Bovaer auf Versuchsbetrieben ausgesetzt.

Alternative Ansätze zur Emissionsreduzierung

TINE bekräftigt seine Verpflichtung zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und plant, alternative Maßnahmen zur Emissionsminderung zu intensiveren. Dazu gehören unter anderem eine verbesserte Futterverwertung und eine klimafreundliche Güllewirtschaft. Zudem sollen alle Milchbauern bis 2027 einen konkreten Klimaplan entwickeln.

Offizielle Zulassungen und Meinungen

Bjørn Gimming vom norwegischen Bauernverband erklärt, dass es unter Landwirten unterschiedliche Ansichten zu Bovaer gibt. Er betont jedoch, dass man sich an die offiziellen Zulassungen halte und auf wissenschaftliche Erkenntnisse warte. Sowohl die norwegische Lebensmittelbehörde als auch die EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA haben Bovaer zugelassen.