Im Jahr 2026 erwarten Landwirte im Kartoffelanbau neue Entwicklungen im Bereich der Pflanzenschutzmittel. Diese Innovationen sind entscheidend, um die Ernte vor gefährlichen Pilzkrankheiten zu schützen. Besonders hervorzuheben ist ein neuer biologischer Wirkstoff, der gegen Rhizoctonia und Helminthosporium eingesetzt werden kann. Dieses Biofungizid verspricht, die Abwehrkräfte der Pflanzen zu stärken und das Wurzelwachstum zu fördern.
Neue Produkte und Wirkstoffe für den Kartoffelanbau
Für das Anbaujahr 2026 stehen sieben neue Produkte zur Verfügung, die für Landwirte von Interesse sein könnten. Der Wirkstoff Dimethomorph, der in 2025 noch in Mitteln wie Banjo Forte eingesetzt wurde, wird nicht mehr verwendet. Im Gegensatz dazu gibt es keine weiteren Entfälle bei den Wirkstoffen für 2026, was eine gewisse Kontinuität gewährleistet.
Ein herausragendes Produkt ist SerenadeSoilActiv von Bayer, das als biologisches Fungizid mit dem Stamm Bacillus amyloliquefaciens QST713 entwickelt wurde. Es wird beim Pflanzen eingesetzt und verspricht neben einer verbesserten Stresstoleranz auch eine gesteigerte Widerstandskraft gegen Krankheiten.
Erweiterung der Einsatzbereiche
Ein weiteres innovatives Produkt ist Azbany von Nufarm, ein Fungizid mit Azoxystrobin, das nun auch gegen Rhizoctonia solani zugelassen ist. Durch seine breitere Anwendbarkeit in verschiedenen Kulturen wie Getreide und Gemüse erweitert es die Möglichkeiten für Landwirte erheblich.
PresidiumK+ von SumiAgro erwartet ebenfalls seine Zulassung im kommenden Jahr. Die Kombination aus Zoxamide und Kaliumphosphonat soll effektiv gegen Kraut- und Knollenfäule wirken. Der Einsatz erfolgt in einer SC-Formulierung mit einer Aufwandmenge von 2,0 l/ha.
Technologische Fortschritte in der Sikkation
Neben chemischen Lösungen gewinnt auch die elektrische Sikkation zunehmend an Bedeutung. Crop.Zone aus Aachen hat ein Gerät entwickelt, das Pflanzen durch einen elektrischen Stromstoß abtötet. Diese Methode könnte eine umweltfreundliche Alternative zur chemischen Sikkation darstellen.
Das Verfahren nutzt eine leitende Flüssigkeit, um den Stromfluss durch die Blätter zu verbessern. Dadurch wird die Wasserzufuhr unterbrochen und die Pflanzen vertrocknen. Die Kosten dieses Verfahrens sollen laut Entwicklern im Rahmen der herkömmlichen chemischen Methoden liegen.
Zukunftsperspektiven im Pflanzenschutz
Die Einführung neuer Produkte und Technologien zeigt deutlich, dass der Pflanzenschutz immer vielfältiger wird. Für Landwirte bedeutet dies einerseits eine größere Auswahl an Werkzeugen zur Bekämpfung von Krankheiten und andererseits die Notwendigkeit, sich intensiv mit den Einsatzbedingungen auseinanderzusetzen. Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen diese neuen Mittel effektiv integriert werden.
