Die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Ferkelerzeugern und Schweinemästern wird oftmals unterschätzt, obwohl sie weitreichende Auswirkungen auf die Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit der Betriebe hat. Eine aktuelle Studie von zwei Agrarstudenten, Christin Mümken und Niclas Hellwig, zeigt, wie wichtig ein intensiver Austausch zwischen den Beteiligten ist.
Herausforderungen in der Schweinemast
Für viele Schweinemastbetriebe ist die richtige Wahl des Ferkellieferanten entscheidend. In einer Umfrage unter 46 Betrieben stellte sich heraus, dass 36 von ihnen mit nur einem Sauenhalter zusammenarbeiten. Vier Betriebe pflegen Beziehungen zu mehreren Lieferanten, während einige ihre Ferkel über Erzeugergemeinschaften oder den freien Markt beziehen. Die Ergebnisse der Befragung verdeutlichen, dass regelmäßige Kommunikation mit den Lieferanten zahlreiche Vorteile mit sich bringt.
Vorteile fester Lieferbeziehungen
Laut den Befragten profitieren feste Lieferbeziehungen vor allem durch bessere Tiergesundheit: Die Mastleistungen verbessern sich, Verluste verringern sich und der Einsatz von Antibiotika kann reduziert werden. Besonders hervorzuheben ist, dass Mäster zufriedener sind, wenn sie von derselben Tierarztpraxis betreut werden wie ihre Ferkellieferanten. Dies führt zu weniger Erkrankungen und insgesamt besseren Gesundheitskennzahlen bei den Tieren.
Bedeutung der Kommunikation
Die Untersuchung zeigt deutlich, dass die Zufriedenheit der Betriebe eng mit der Häufigkeit und Qualität der Kommunikation zusammenhängt. Im Schnitt tauschten sich die Landwirte 4,6-mal pro Mastdurchgang aus – meist telefonisch oder per E-Mail. Besonders zufrieden waren jene Betriebe, die sechsmal pro Durchgang Kontakt hatten. Neben Basisinformationen sind auch zusätzliche Daten wie Fütterungspläne oder Hinweise auf mögliche Gesundheitsprobleme von großer Bedeutung.
- 84 % der Mäster erhielten Angaben zur Fütterung.
- 65 % wurden über bestehende gesundheitliche Probleme informiert.
Lösungsansätze für die Praxis
Neben einer erhöhten Kommunikationsfrequenz spielt auch die Qualität des Austauschs eine zentrale Rolle. Weiterführende Informationen sollten regelmäßig an die Mäster weitergegeben werden, um eine optimale Abstimmung zu gewährleisten. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Mäster Rückmeldungen an ihre Erzeuger geben – etwa über Mastverlauf oder Tierverluste –, um Verbesserungen kontinuierlich zu ermöglichen.
Die Ergebnisse dieser Studie betonen einmal mehr: Offene Kommunikation und enge Kooperation zwischen allen Beteiligten in der Schweineproduktion sind wesentliche Faktoren für eine erfolgreiche und nachhaltige Landwirtschaftspraxis. Weitere Untersuchungen werden folgen – auch nach Abschluss ihrer Bachelorarbeit bleiben Christin Mümken und Niclas Hellwig ihrem Thema treu und unterstützen ihren Zweitprüfer Prof. Marcus Mergenthaler bei weitergehenden Auswertungen.
