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Baywa AG: Finanzierungslücken geschlossen, Stellenabbau fortschreitet

Die Baywa AG musste aufgrund einer signifikanten Finanzierungslücke von 435 Millionen Euro bei ihrer Energietochter ihr Finanzierungskonzept überarbeiten. Diese Anpassung erfolgt nach dem Abbau von über 650 Vollzeitstellen im Unternehmen. Die Energiesparte Baywa r. e. hatte diese Lücke Ende Februar offengelegt, was die zu Jahresbeginn getroffenen Finanzierungsvereinbarungen mit Großaktionären und Kreditgebern unzureichend machte.

Inzwischen hat Baywa neue Vereinbarungen mit den Hauptbanken und Großaktionären getroffen, die ein aktualisiertes Finanzierungskonzept sowie eine modifizierte Sanierungsvereinbarung bis 2028 beinhalten. Das Unternehmen plant, den überarbeiteten Restrukturierungsplan bald beim Amtsgericht München vorzulegen. Es wird betont, dass das seit Ende Januar laufende Restrukturierungsverfahren die Rechte der Aktionäre und die Ansprüche der Finanzgläubiger nicht beeinträchtigt.

Der Prozess des Stellenabbaus und der Standortschließungen geht ebenfalls weiter. Von den geplanten 1.300 Stellenkürzungen sind bereits mehr als die Hälfte umgesetzt. Für 15 der 26 zu schließenden Standorte sind bereits Termine festgelegt.

Der neue Vorstandsvorsitzende Frank Hiller setzt sich für das Vertrauen der Marktteilnehmer ein und sieht die Fortschritte in der Unternehmensumstrukturierung als positives Signal an Kunden und Lieferanten. Die durchgeführten internen Änderungen in den Bereichen Einkauf und Vertrieb werden als vielversprechend angesehen, wodurch sich das Unternehmen wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann.

Michael Baur, der für die Restrukturierung zuständige Manager, hebt die Bedeutung der kurzfristigen Verfügbarkeit zusätzlicher Liquidität hervor, die das Vertrauen der Finanzpartner und Großaktionäre in den Transformationsprozess der Baywa stärkt.

Nach der Bekanntgabe dieser neuen Vereinbarungen erholte sich der Aktienkurs der Baywa leicht und überstieg die 8-Euro-Marke. Trotz dieser Erholung bleibt der aktuelle Aktienwert weit unter dem Niveau vor dem starken Rückgang im vergangenen Sommer, bei lediglich etwa einem Drittel des damaligen Werts.

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