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Tierhalter leiden unter hohen Kosten – Gedrückte Stimmung trotz hoher Erlöse

Die deutsche Tierhaltungsbranche sieht sich trotz momentan hoher Erlöse mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Die aktuellen Milchpreise nähern sich der Marke von 50 Cent pro Kilogramm, und Rindfleisch erzielt Preise von über 5 Euro pro Kilogramm. Auch der Absatz von Geflügelfleisch und Eiern zeigt sich robust, obwohl die Preise für Schweine und Ferkel kürzlich gefallen sind.

Trotz dieser positiven Preisentwicklung bleibt die Stimmung unter den Tierhaltern gedämpft. Früher hätten solch günstige Preise normalerweise zu vollen Auftragsbüchern bei den Ausstellern geführt, doch aktuell halten sich die Landwirte mit Investitionen zurück. Investitionen werden vor allem zielgerichtet in das Tierwohl und in die Arbeitserleichterungen getätigt. Während in der Geflügelbranche noch Neuinvestitionen in Ställe zu verzeichnen sind, ist die allgemeine Stimmung unter den Landwirten eher negativ.

Die Tierhalter stehen vor dem Problem hoher und schwankender Betriebskosten sowie einer Reihe von Tierseuchen wie BHV1, Blauzunge sowie Schweine- und Geflügelpest, die sowohl wirtschaftlich als auch mental belasten. Zusätzlich verschärft die politische Unsicherheit und die unklare wirtschaftliche Zukunft in Deutschland die Situation. Die derzeitige Ampelregierung liefert keine klaren Strategien zur Stärkung der Wirtschaft, was die Sorgen in der Landwirtschaft intensiviert.

Der Bundesagrarminister Cem Özdemir, der Ambitionen auf das Amt des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg im Jahr 2026 hat, setzt andere Prioritäten, was bei den Landwirten für Verunsicherung sorgt. Özdemir hat bereits mehrere Agrartermine abgesagt und bevorzugt stattdessen Termine in Baden-Württemberg. Von ihm erwartete Entscheidungen in der Agrarpolitik bleiben somit hinter den Erwartungen zurück.

Die größten offenen Fragen für die Tierhalter betreffen die unzureichend finanzierte „Tierwohlmilliarde“, das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz und die spezifischen Haltungsvorgaben für Puten. Auch die Diskussionen um das Tierschutzgesetz und verbindliche Milchlieferverträge bleiben ungelöst. Einige Landwirte hoffen sogar, dass bestimmte Vorhaben des Ministers nicht realisiert werden, da sie befürchten, dass diese ihre Betriebe zusätzlich belasten könnten.

Trotz der gegenwärtig guten Erlöse aus dem Verkauf von Milch und Fleisch ist die Stimmung in der Branche weiterhin angespannt. Die Tierhalter fühlen sich von der Politik im Stich gelassen und sehen sich mit einer Reihe von Problemen konfrontiert, die ihre Existenzgrundlage bedrohen.

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