Die Newcastle-Krankheit breitet sich weiterhin in Europa aus und stellt eine zunehmende Bedrohung für Geflügelbetriebe dar. Besonders betroffen sind Länder wie Polen, die Slowakei, Spanien und Bulgarien, wo das Virus in den letzten Monaten vermehrt Ausbrüche verursachte. In einem Bericht des britischen Landwirtschaftsministeriums Defra, zitiert vom Fachmagazin Poultry World, wird auf die steigende Anzahl infizierter Betriebe hingewiesen.
Zunahme der Ausbrüche in kommerziellen Betrieben
In Polen wurden innerhalb von sieben Monaten bis Ende Januar insgesamt 66 neue Fälle von Newcastle-Krankheit in Geflügelbetrieben bekannt. Die Slowakei verzeichnete im Dezember einen Fall in einem kleineren Betrieb. In Spanien trat das Virus erstmals um Weihnachten in einem Stall mit 15.000 Masthühnern in Valencia auf, wobei mittlerweile fünf Fälle bestätigt sind. Auch Bulgarien und Nordmazedonien meldeten im Sommer einzelne Ausbrüche.
Besorgniserregender Anstieg bei Hobbyzüchtern
Nicht nur kommerzielle Betriebe sind betroffen; auch unter Hobbyzüchtern stieg die Zahl der Ausbrüche erheblich an. In Osteuropa kletterten die Zahlen von sieben Fällen im September und Oktober auf 40 im Dezember an. Laut dem EU-Meldesystem ADIS wurden im November 2025 allein in Polen 20 Ausbrüche registriert, gefolgt von 28 im Dezember. Weitere Vorfälle gab es in Ländern wie Lettland, Tschechien und der Slowakei.
Hähnchenfarmen besonders gefährdet
Die Masthuhnindustrie ist besonders anfällig für das Virus. Aufgrund der kurzen Aufzuchtdauer und hohen Fluktuation der Tiere wird oft nicht durchgehend geimpft, was die Verbreitung des Virus begünstigt. Die genauen Ursachen für die erhöhte Anzahl an Fällen sind noch unklar, jedoch wird der mögliche Einfluss von Wildvögeln weiterhin untersucht.
Behörden empfehlen verstärkte Vorsichtsmaßnahmen
Mit Blick auf das Frühjahr warnen Experten vor einer möglichen Verschleppung des Virus durch Zugvögel entlang der Ostatlantikroute nach Norden. Die Behörden raten Geflügelhaltern dringend dazu, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu verstärken und eine Impfung ihrer Bestände ernsthaft zu erwägen. Um die Ausbreitung einzudämmen, gelten in betroffenen Regionen zudem Handelsbeschränkungen für Lebendgeflügel und Geflügelfleisch.
