In den USA wächst die Sorge über den Einfluss ausländischer Investoren auf die heimische Landwirtschaft. Besonders im Bundesstaat Oklahoma hat man nun reagiert und den Erwerb von Ackerland durch Ausländer stark eingeschränkt. Laut Berichten des Fachmagazins Successful Farming richtet sich diese Maßnahme vor allem gegen chinesische Interessenten, da insbesondere die Republikaner Bedenken hinsichtlich des Besitzes von Agrarflächen durch chinesische Staatsangehörige und Unternehmen haben.
Einsatz für erneuerbare Energien
Laut dem US-Landwirtschaftsministerium (USDA) befinden sich etwa 4,3 Prozent der Ackerflächen in Oklahoma in ausländischem Besitz. Der Großteil dieser Flächen wird jedoch von kanadischen und europäischen Unternehmen genutzt, hauptsächlich für Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien. Dabei ist der Anteil chinesischer Unternehmen mit weniger als einem Prozent relativ gering.
Ausnahme für Smithfield Foods
Trotz der neuen Gesetzgebung gibt es eine bedeutende Ausnahme: Das Lebensmittelunternehmen Smithfield Foods, das zur chinesischen WH Group gehört, darf weiterhin auf einer Fläche von etwa 1.043 Hektar Schweine in Oklahoma züchten. Diese Sonderregelung hat zu Diskussionen geführt, ob bestimmte Unternehmen privilegiert behandelt werden.
Strengere Maßnahmen in anderen Bundesstaaten
Während die Regelungen in Oklahoma moderat erscheinen, sind sie Teil einer breiteren Bewegung in den USA, insbesondere in republikanisch geprägten Staaten. Ein Beispiel dafür ist Arkansas, wo das chinesische Agrarchemieunternehmen Syngenta gezwungen wurde, seinen Forschungsstandort zu verkaufen und eine Strafe zu zahlen.
Smithfield Foods verteidigt sich
Smithfield Foods weist Vorwürfe zurück, wonach das Unternehmen von der Kommunistischen Partei Chinas beeinflusst werde. Ein Sprecher betonte, dass das Unternehmen von amerikanischen Führungskräften geleitet werde und das Land im Besitz keine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstelle.
Marktdominanz in der Fleischindustrie
Smithfield Foods kontrolliert rund 23 Prozent des US-Schweinefleischmarktes. Der brasilianische Konzern JBS hält einen ähnlichen Anteil am US-Rindfleischmarkt. Beide Unternehmen sind an der Börse notiert und festigen damit ihre Position im US-amerikanischen Lebensmittelsystem weiter.
