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Ausbreitung der Blauzungenkrankheit in Deutschland

Die Blauzungenkrankheit, eine von Insekten übertragene Viruserkrankung, die hauptsächlich Schafe, Ziegen und Rinder betrifft, verzeichnet eine besorgniserregende Ausbreitung in Deutschland. Erstmals wurde nun der Serotyp 3 des Blauzungenvirus in Rheinland-Pfalz nachgewiesen, was zum Verlust des amtlich seuchenfreien Status des Bundeslandes führte. Dieser Fall reiht sich ein in eine Serie neuer Ausbrüche, die auch Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen betreffen.

Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) hatte bereits im April vor möglichen neuen Ausbrüchen gewarnt. Nun bestätigen sich diese Befürchtungen: Neben Rheinland-Pfalz wurde ein weiterer Fall in Hamminkeln, Nordrhein-Westfalen, festgestellt. Dieser erste Fall im Kreis Wesel zieht strikte Vermarktungsbeschränkungen nach sich, die den betroffenen Betrieb für 30 Tage unter Quarantäne stellen.

Auch in Niedersachsen breitet sich die Krankheit weiter aus. Ein neuer Fall im Emsland führt dazu, dass aus dem betroffenen Bestand derzeit keine Tiere transportiert werden dürfen. Die infizierten Tiere zeigen typische Symptome der Blauzungenkrankheit, was die Sorge vor einer weiteren Verbreitung erhöht.

Die rasche Ausbreitung eines neuen Virustyps der Blauzungenkrankheit ist nicht nur ein regionales Problem. In den Niederlanden wurden innerhalb von vier Wochen Rinder und Schafe auf etwa 2.500 Betrieben infiziert. Die Krankheit führt bereits zu spürbarem Preisdruck am Kälbermarkt und wirtschaftlichen Einbußen für betroffene Landwirte.

Die Situation in Deutschland ist besonders brisant, da bisher kein Impfstoff gegen den Serotyp 3 verfügbar ist. Dies erschwert die Kontrolle der Krankheit erheblich. Die Behörden und Minister setzen sich für die Entwicklung eines angepassten Impfstoffs ein und verhandeln über mögliche Ausnahmen von den EU-Transportbeschränkungen, um den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen.

In Erinnerung bleibt der Serotyp 8 der Blauzungenkrankheit, der Deutschland von 2006 bis 2009 stark betroffen hatte. Die damalige Epidemie konnte durch flächendeckende Impfungen erfolgreich eingedämmt werden. Auch heute wird die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit, die für den Menschen ungefährlich ist, von den Behörden empfohlen, allerdings ist sie genehmigungspflichtig.

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