Die Newcastle-Krankheit, eine hoch ansteckende Viruserkrankung, hat erneut einen Geflügelbetrieb in Deutschland getroffen. Diesmal ist ein Legehennenhalter im bayerischen Landkreis Erding betroffen, wo etwa 39.500 Tiere in Gefahr sind. Innerhalb kurzer Zeit ist dies der zweite Ausbruch, der das Land erschüttert. Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) bestätigte die Diagnose, was eine sofortige Reaktion der Behörden nach sich zog.
Maßnahmen zur Eindämmung der Seuche
Nach der Bestätigung des Ausbruchs durch das FLI sperrte das Veterinäramt des Landratsamtes Erding den betroffenen Betrieb ab und ordnete umfassende Schutzmaßnahmen an. Franz Beringer, Geschäftsführer des Landesverbandes der bayerischen Geflügelwirtschaft (LVBGW), erklärte, dass es sich bei der Newcastle-Krankheit um eine Kategorie-A-Seuche handelt, was drastische Maßnahmen wie die Keulung des gesamten Bestandes erforderlich macht.
Einrichtung von Schutz- und Überwachungszonen
In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie dem Staatsministerium wurden eine Schutzzone von mindestens 3 Kilometern und eine Überwachungszone von mindestens 10 Kilometern um den infizierten Betrieb herum festgelegt. Diese Maßnahmen sollen die Ausbreitung des Virus eindämmen. Das Landratsamt Erding wird spezifische Vorgaben für diese Zonen per Allgemeinverfügung veröffentlichen, um die betroffenen Geflügelhalterinnen und -halter zu informieren.
Empfehlungen für Geflügelhalter
Beringer rät dazu, den Impfstatus aller Tiere regelmäßig zu überprüfen. Der LVBGW appelliert an die Halter, besonders auf ältere Legehennen zu achten, da deren Impfschutz über die Zeit nachlassen könnte. Zudem wird auf die Einhaltung strenger Biosicherheitsmaßnahmen hingewiesen, da das Virus hochansteckend ist.
Herausforderungen für Landwirte
Das Virus betrifft hauptsächlich Hühner und Puten und verbreitet sich leicht über kontaminierte Gegenstände oder Fahrzeuge. Da es ähnliche Symptome wie die Geflügelpest aufweist, ist besondere Vorsicht geboten. Auch Wildvögel und Schadnager stellen ein Risiko dar, insbesondere in Freilandhaltungen. Experten empfehlen daher regelmäßige Kontrollen und strikte Hygienemaßnahmen.
Die Lage bleibt angespannt, besonders nach den jüngsten großflächigen Ausbrüchen in Nachbarländern wie Polen im Jahr 2024. Geflügelhalter müssen wachsam sein und schnell handeln, um ihre Bestände zu schützen und eine weitere Verbreitung der Krankheit zu verhindern.
