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Schwerer Brand in Schweinezuchtanlage fordert zahlreiche Tierleben

In einer Schweinezuchtanlage nahe Arendsee kam es am Freitag zu einem verheerenden Brand, bei dem 1.700 Sauen und eine unbestimmte Anzahl an Ferkeln ums Leben kamen. Dieser Vorfall hat nicht nur erhebliche Kritik an der Massentierhaltung verstärkt, sondern wirft auch Fragen bezüglich der Sicherheitsstandards und Baugenehmigungen auf.

Die betroffene Anlage gehört zu einer Unternehmensgruppe, die bereits 2021 durch einen ähnlichen Vorfall in Alt Tellin, Mecklenburg-Vorpommern, Schlagzeilen machte. Kritisch betrachtet wird dabei die Tatsache, dass das Verwaltungsgericht Magdeburg die Baugenehmigung der Anlage aus dem Jahr 2013 aufgehoben hat, allerdings ist dieses Urteil noch nicht rechtskräftig.

Trotz des gerichtlichen Eingreifens, welches eine fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung monierte, waren die von dem Feuer betroffenen Ställe nicht Gegenstand dieser speziellen Genehmigung. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen, jedoch erlitten die Tiere tragische Verluste, und der materielle Schaden wird auf etwa eine Million Euro geschätzt.

Die Polizei hatte ursprünglich von 680 verendeten Sauen berichtet, korrigierte diese Zahl aber nach oben, nachdem genaue Untersuchungen durchgeführt wurden. Rund 1.300 Sauen, die den Brand überlebten, wurden unter tierärztlicher Aufsicht in andere Betriebsanlagen verlegt.

Die rechtlichen Auseinandersetzungen um die Baugenehmigungen der Anlage ziehen sich bereits seit mehreren Jahren hin. Die Stadt Arendsee erzielte im letzten Sommer vor Gericht einen Erfolg, doch der Betreiber legte Berufung ein.

Die Tierschutzorganisation Peta hat als Reaktion auf den wiederholten Brandfall Strafanzeige gegen den Betreiber erstattet. Sie fordert eine Untersuchung auf bedingten Vorsatz, insbesondere weil es der zweite Brand innerhalb von drei Jahren in derselben Anlage ist. Ebenso hat „Animal Rights Watch“ schwere Vorwürfe erhoben und bereits 2021 das Bauordnungsamt über Mängel wie fehlende Trennwände zwischen Brandabschnitten informiert.

Die lokale Bürgerinitiative hat sich aufgrund des andauernden Rechtsstreits bisher nicht zum aktuellen Brand geäußert. Während die Betriebsleitung angibt, dass die zuvor gemeldeten Mängel behoben wurden, bleibt die Gemeinschaft alarmiert und fordert strengere Überprüfungen und Maßnahmen, um ähnliche Katastrophen in der Zukunft zu verhindern.

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