Ein neuer möglicher Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Hochsauerlandkreis könnte dazu führen, dass die Tierseuche nun auf einen dritten Landkreis in Nordrhein-Westfalen übergreift. Bisher waren die Kreise Olpe und Siegen-Wittgenstein betroffen. Ein verendetes Wildschwein wurde in der Nähe von Schmallenberg-Störmecke entdeckt und vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Arnsberg positiv getestet. Die endgültige Bestätigung durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) steht noch aus, wird jedoch in Kürze erwartet.
Ausweitung der Schutzmaßnahmen
Das tote Tier wurde innerhalb der Sperrzone II, aber außerhalb des bestehenden Kerngebiets gefunden, etwa drei Kilometer entfernt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wird eine Erweiterung des Kerngebiets und des ASP-Schutzzauns notwendig sein. Die Behörden stehen vor der Herausforderung, die Ausbreitung weiter einzudämmen und mögliche Auswirkungen auf die bestehenden Sperrzonen abzuschätzen.
Dynamische Entwicklung in NRW
Der Fund eines infizierten Frischlings bei Bad Berleburg vor zwei Wochen führte bereits zu einer Expansion der Sperrzonen. In diesem Zusammenhang könnten auch Teile von Nordhessen betroffen sein. Zudem wurden ASP-positive Wildschweine in der Nähe von Hilchenbach gesichtet, was eine rasche Anpassung der Schutzmaßnahmen erforderlich machte. Sprecher des Kreises Siegen-Wittgenstein betonten gegenüber der Westfalenpost die dynamische Lage und die Notwendigkeit regelmäßiger Probenentnahmen.
Künftige Schritte und Auswirkungen
Die Behörden intensivieren aktuell die Suche nach weiteren Kadavern in den betroffenen Gebieten. Eine enge Abstimmung zwischen Landes- und Kreisbehörden erfolgt bereits, um geeignete Schutzmaßnahmen zu koordinieren. Der Hochsauerlandkreis plant, eine Allgemeinverfügung zur ASP zu veröffentlichen, sobald das FLI den Verdachtsfall bestätigt. Dies könnte noch innerhalb dieser Woche geschehen.
Statistiken zur ASP-Situation
Laut aktuellen Zahlen hat das FLI seit dem ersten ASP-Fall am 14. Juni 2025 insgesamt 345 infizierte Wildschweine bestätigt. Davon entfallen 185 Fälle auf den Kreis Olpe und 160 auf Siegen-Wittgenstein. Sollte sich der Verdacht im Hochsauerland bestätigen, würde dieser als dritter Landkreis betroffen sein.
