In einem bemerkenswerten Fortschritt der Biotechnologie ist es Forschern gelungen, Schweine gegen die Klassische Schweinepest (KSP) resistent zu machen. Dies wurde durch den Einsatz der Genschere Crispr-Cas9 erreicht, einer Technologie, die das gezielte Editieren von DNA ermöglicht.
Pandemien in der Schweinehaltung
Obwohl Deutschland seit 2012 als frei von KSP gilt, bleibt die Gefahr eines Seuchenausbruchs bestehen. Das Virus kann auf Oberflächen und Kleidung lange infektiös bleiben, was durch den globalen Handel noch verstärkt wird. Bei einem Ausbruch müssen oft Millionen Schweine gekeult werden, was enorme wirtschaftliche Schäden verursacht.
Die Symptome bei infizierten Schweinen sind schwerwiegend: hohes Fieber, Hautläsionen und Krämpfe führen meist binnen zwei Wochen zum Tod. Trotz bestehender Impfstoffe ist der prophylaktische Einsatz in der EU nicht erlaubt, da geimpfte Tiere nicht vom Markt gehandelt werden können.
Gen-Editing als Lösung
Durch das Entfernen einer Aminosäure aus dem Protein DNAJC14 konnten Forscher des Roslin Institute und der Universität Lübeck verhindern, dass sich das KSP-Virus in Schweinezellen vermehrt. Die geneditierten Tiere zeigten weder Infektionssymptome noch bildeten sie Antikörper gegen das Virus aus.
Diese genetisch veränderten Schweine könnten den internationalen Handel beleben, sofern Marktpartner diese akzeptieren. Derzeit ist jedoch unklar, ob sich die Resistenz stabil an Nachkommen weitervererbt und ob unterschiedliche Schweinerassen gleichermaßen profitieren.
Chancen und Hindernisse
Laut Wissenschaftlern könnte eine vollständige Resistenz gegen KSP die Häufigkeit von Ausbrüchen erheblich senken und den Bedarf an Impfungen verringern. Das Fleisch solcher geneditierter Tiere gilt als sicher für den menschlichen Verzehr, da keine Fremdgene eingeführt wurden.
Trotz dieser Vorteile bleibt das Gen-Editing umstritten. Rechtliche und ethische Bedenken sowie strenge EU-Regulierungen erschweren den breiten Einsatz. Zudem besteht immer das Risiko unbeabsichtigter genetischer Veränderungen mit potenziellen Langzeitfolgen.
Herausforderungen bei der ASP
Während die Genschere bei KSP vielversprechend ist, fehlen ähnliche Lösungen für die Afrikanische Schweinepest (ASP). Bisher gibt es keine genetische Grundlage zur Bekämpfung dieser Krankheit. Forschungen zu natürlichen Resistenzen etwa bei Warzenschweinen sind bislang ohne Durchbruch geblieben.
Zusammenfassend unterstreichen Wissenschaftler die Notwendigkeit fortgesetzter Überwachung und strenger Hygienemaßnahmen. Viren können mutieren und sich an neue Barrieren anpassen, weshalb ein verantwortungsvoller Umgang mit solchen Technologien unerlässlich bleibt.
