In einer besorgniserregenden Entwicklung haben mehrere Molkereien weltweit begonnen, Babynahrungsprodukte zurückzurufen. Der Grund ist eine Verunreinigung mit einem Zusatzstoff, der mit dem krankheitserregenden Bakterium Bacillus cereus kontaminiert ist. Dieses Bakterium kann unter bestimmten Bedingungen das Toxin Cereulid bilden, das zu gesundheitlichen Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall führen kann.
Ursprung der Kontamination
Die Kontamination wurde auf ARA-Öl zurückgeführt, einen Inhaltsstoff, der Omega-6-Fettsäuren liefert und in Babynahrung verwendet wird. Nestlé entdeckte die Verunreinigung bei routinemäßigen Qualitätskontrollen in ihrem Werk in Nunspeet, Niederlande. Diese Erkenntnisse führten dazu, dass Nestlé in insgesamt 60 Ländern Produkte zurückrief. Die Quelle des verunreinigten Öls wird nicht offiziell bestätigt, doch Berichte deuten darauf hin, dass es von einem chinesischen Unternehmen namens Cabio Biotech stammt.
Betroffene Unternehmen
Nicht nur Nestlé ist betroffen; auch andere große Molkereiunternehmen wie Lactalis und Danone haben ähnliche Maßnahmen ergriffen. Lactalis hat in 18 Ländern Babynahrung zurückgerufen, während Danone in Singapur Produkte seiner Marke Dumex aus dem Verkehr zieht. Beide Fälle sind ebenfalls auf eine Kontamination mit Cereulid zurückzuführen.
Das Schweizer Unternehmen Hochdorf hat ebenfalls etwa 10.000 Babynahrungsprodukte auf Ziegenmilchbasis zurückgerufen. Diese Produkte wurden unter der Marke Bimbosan verkauft. Ein ehemaliger Lieferant des ARA-Öls hatte im Jahr 2025 Probleme gemeldet, was Hochdorf dazu veranlasste, präventiv zu handeln.
Gesundheitsrisiken und Vorsichtsmaßnahmen
Bisher gibt es keine bestätigten Krankheitsfälle im Zusammenhang mit dem Rückruf von Nestlé-Produkten, doch französische Behörden untersuchen den Todesfall eines Babys, das möglicherweise betroffen war. In Singapur wurde ein Fall von leichten Symptomen gemeldet, der ebenfalls mit Cereulid in Verbindung stehen könnte; das betroffene Kind erholte sich jedoch vollständig.
Der Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit strengerer Kontrollen in der Lebensmittelproduktion und -überwachung. Unternehmen müssen sicherstellen, dass alle verwendeten Rohstoffe gründlich getestet werden, um solche Risiken zu minimieren. Verbraucher sollten aufmerksam bleiben und betroffene Produkte meiden.
