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Proteste gegen Stellenabbau bei Deutschem Milchkontor

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat während der Aufsichtsratssitzung des Deutschen Milchkontors (DMK) am Dienstag eine Protestaktion angekündigt. Das größte Molkereiunternehmen Deutschlands mit Sitz in Bremen plant, rund 150 Arbeitsplätze zu streichen, darunter 35 in Edewecht.

Thomas Krause, Vorsitzender des DMK-Gesamtbetriebsrats, äußerte sich besorgt über die geplanten Kürzungen und kündigte für den 23. April eine Informationsveranstaltung in Edewecht an. „Wir fragen uns, warum das Unternehmen die Leistung der Mitarbeiter nicht besser nutzen kann“, sagte Krause gegenüber dem General Anzeiger. Zudem wurde die Unternehmensberatung WMP Consult beauftragt, ein Gutachten zum angekündigten Stellenabbau zu erstellen, in der Hoffnung, die Kürzungen noch abwenden zu können.

Die geplanten Entlassungen werden mit einem Rückgang der Milchmengen begründet. DMK-Sprecher Oliver Bartelt erklärte, dass etwa 500 Landwirte ihre Verträge gekündigt haben, was einem Rückgang von 700 Millionen Kilogramm Milch entspricht. „Leider haben wir 2023 um drei Cent pro Kilo Milch unter dem Durchschnitt gelegen, obwohl DMK 2022 noch zu den Top-Zahlern gehörte“, räumte Bartelt ein. Er hofft, dass einige Landwirte ihre Entscheidung bis Ende des Jahres revidieren werden.

Johanna Waldeck, Vertreterin der NGG in Ostfriesland und Oldenburg, kritisiert das Management des Unternehmens: „DMK hat einfach die Landwirte nicht richtig betreut. Im Vertriebsbereich wurden einige Fehler gemacht.“

Die DMK Group prüft zudem einen Produktionsstopp in Dargun und eine Einstellung der Milchannahme in Everswinkel. In Edewecht soll die Käseproduktion reduziert und in Hohenwestedt möglicherweise ein Pulverturm stillgelegt werden.

Zum 1. Mai 2024 wird Stefan Keller die Position des Chief Operating Officer (COO) der Business Unit Private Label übernehmen. Er folgt auf Thorsten Rodehäuser, der das Unternehmen verlassen hatte. Keller, der bereits seit 2007 in verschiedenen leitenden Vertriebsfunktionen für DMK tätig ist, sieht im Bereich Private Label großes Potential: „Man ist ganz nah dran an seinen Kunden und kann gemeinsam mit ihnen die für sie passende Lösung entwickeln.“

Das DMK beschäftigt rund 7.000 Mitarbeiter an mehr als 20 Standorten und hat etwa 5.000 Milchbauern unter Vertrag. Die bevorstehenden Veränderungen und die geplanten Kürzungen sind Teil einer umfassenden Neustrukturierung des Unternehmens.

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