Im Jahr 2025 erzielten die Milchbauern den zweithöchsten Milchpreis seit Aufzeichnung, obwohl zum Jahresende ein deutlicher Preisverfall einsetzte. Der Milchindustrieverband (MIV) zeigt sich dennoch optimistisch und prognostiziert, dass der Tiefpunkt der Preise im Februar erreicht sein könnte.
Positive Jahresbilanz trotz Herausforderungen
Die Milchindustrie konnte das vergangene Jahr positiv abschließen. Detlef Latka, Vorsitzender des MIV und CEO von Hochwald Foods, berichtete von zufriedenstellenden Umsätzen im Jahr 2025. Allerdings verlief das letzte Quartal nicht so stark wie erhofft. Auf der Pressekonferenz zur Grünen Woche erläuterte Latka, dass die geringe Milchproduktion in der ersten Jahreshälfte die Kosten in die Höhe trieb, bevor in der zweiten Jahreshälfte ein Anstieg des Milchaufkommens in der EU und Deutschland verzeichnet wurde.
Dieser Anstieg führte zu einem Überangebot und damit verbundenen Preisdruck. Die Gründe für das gestiegene Angebot sind vielfältig: Langfristige Auswirkungen der Blauzungenkrankheit, eine gute Grundfuttersituation sowie vergleichsweise niedrige Preise für Zukauffutter spielten dabei eine Rolle.
Blick auf 2026: Marktbereinigung erwartet
Latka geht davon aus, dass sich die Preise nach Erreichen des Tiefpunkts zunächst stabilisieren könnten. Für Mitte 2026 wird eine Reduktion der Milchmenge vorhergesagt, da einige Landwirte aufgrund der anhaltenden Preissituation möglicherweise ihre Produktion aufgeben werden.
Mercosur-Abkommen als Chance für die Milchwirtschaft
Das Mercosur-Abkommen bietet laut Latka mehr Chancen als Risiken für die Milchwirtschaft. Hans Holtorf, Geschäftsführer bei frischli und stellvertretender MIV-Vorsitzender, unterstrich die Bedeutung offener Märkte angesichts der Zollpolitik der USA und Chinas. Dr. Björn Börgermann vom MIV betont Brasiliens Rolle als Schlüsselmarkt für Europa. Das Abkommen erlaubt zollvergünstigte Exporte von 30.000 Tonnen Käse in Mercosur-Länder jährlich. Vor allem in Brasilien besteht eine hohe Nachfrage nach Käse und Kondensmilch.
