Das Bundeslandwirtschaftsministerium steht vor einer umfassenden Umstrukturierung unter der Leitung von Minister Alois Rainer. Bereits im Dezember 2025 waren erste Hinweise auf diese Pläne bekannt geworden, und nun werden die Details konkreter. Eine der bedeutendsten Änderungen ist die Einführung eines Stellvertreters für den Staatssekretär.
Neue Schwerpunkte im Ministerium
Ein wesentlicher Bestandteil der Reformen betrifft die Umgestaltung der bestehenden Abteilungen. Die aktuelle Abteilung 8 wird zur „Heimatabteilung“ umfunktioniert. Diese Abteilung, die bisher für ländliche Entwicklung, Digitales und Innovation zuständig war, wird nun auch die Agrarsozialpolitik übernehmen, ein Bereich, der einen Großteil des Ministeriumsbudgets ausmacht. Zudem werden ihr Aufgaben aus dem Bundesinnenministerium übertragen, insbesondere solche, die sich mit gleichwertigen Lebensverhältnissen in städtischen und ländlichen Gebieten befassen.
Veränderungen in den Abteilungen
Die Aufwertung der Abteilung 4 ist ebenfalls Teil dieser Neuorganisation. Diese Abteilung wird nunmehr für Agrarmärkte, Ernährungswirtschaft und Export verantwortlich sein und übernimmt Aufgaben der aufgelösten Abteilung 7 wie die Gemeinsame Agrarpolitik und landwirtschaftliche Produktion. Christel Jagst, die Leiterin dieser Abteilung, soll sich künftig vor allem um die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft kümmern. Der Bereich Agrarexport wird jedoch an eine andere Abteilung abgegeben.
Zentralisierung des Agrarexports
Alle Aspekte rund um Agrarexporte sollen künftig in der bisherigen Abteilung 6 gebündelt werden. Diese war bislang auch für EU-Angelegenheiten und internationale Themen zuständig.
Konzepte zur Ernährungssicherung
Minister Rainer plant zudem eine Neustrukturierung bei den Themen Ernährungssicherung, Krisenmanagement und kritische Infrastruktur. Es gibt jedoch bislang keine konkreten Vorschläge zur organisatorischen Umsetzung dieser Vorhaben; lediglich eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen wird angestrebt.
Der genaue Zeitplan für die Umsetzung dieser umfassenden Reform bleibt derzeit noch ungewiss.
