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Landwirte fordern Bürokratieabbau für krisensichere Landwirtschaft

In Zeiten globaler Unsicherheiten und geopolitischer Spannungen wird eine robuste heimische Landwirtschaft zunehmend als wesentlicher Faktor für die Krisenresilienz Deutschlands angesehen. Auf der Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen, die vom 12. bis 14. Januar in Baunatal stattfand, betonten Experten die Bedeutung einer autarken Lebensmittelerzeugung als Grundlage für nationale Sicherheit.

Weniger Bürokratie und faire Preise

Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), verwies darauf, dass eine starke inländische Produktion entscheidend sei, um Deutschland gegen Krisen zu wappnen. Er forderte weniger Bürokratie und faire Marktbedingungen für Landwirte. Dies seien fundamentale Voraussetzungen, um Krisenfestigkeit und Unabhängigkeit zu gewährleisten.

Hessens Landwirtschaftsminister Ingmar Jung unterstützte diese Forderungen und kündigte an, sich für die Reduzierung bürokratischer Hürden einzusetzen. Nationale Standards dürften nicht so gestaltet sein, dass sie den heimischen Betrieben im Wettbewerb mit ausländischen Erzeugern schaden, betonte Jung.

Europa muss Verantwortung übernehmen

Die veränderte weltpolitische Lage erfordert laut Stefanie Sabet vom Deutschen Bauernverband (DBV) mehr Eigenverantwortung Europas in Sicherheitsfragen. Die Agrarwirtschaft spielt dabei eine entscheidende Rolle, da sie Arbeitsplätze für rund zehn Prozent der Erwerbstätigen bietet. Sabet argumentiert, dass weniger regulatorische Einschränkungen notwendig seien, um die Unabhängigkeit der Landwirtschaft zu stärken.

Die steigenden Produktionskosten und sinkenden Erzeugerpreise bei Schweinen und Milch stehen im Widerspruch zur geforderten Krisenfestigkeit der Branche. Eine stabile politische Umgebung sei unerlässlich, um den Landwirten Planungssicherheit zu geben.

Kritische Infrastruktur sichern

Generalmajor Andreas Henne von der Bundeswehr hob die Notwendigkeit hervor, Deutschlands Landwirtschaft auf mögliche hybride Bedrohungen vorzubereiten. Angriffe auf kritische Infrastrukturen wie das Stromnetz könnten auch die Lebensmittelversorgung gefährden. Drohnenabwehrmaßnahmen sowie Notstrom- und Betriebsmittelvorräte seien daher essenziell.

Die Coronapandemie habe gezeigt, wie riskant es sei, sich auf internationale Lieferketten zu verlassen. Daher müsse Deutschland insgesamt autarker werden – eine Strategie, die besonders für die Landwirtschaft von Bedeutung ist.

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