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Saatgut als Schlüssel zur Ernährungssicherheit: BDP fordert Handeln

In Zeiten wachsender Unsicherheiten und globaler Krisen wird Saatgut zunehmend als Schlüssel zur Ernährungssicherheit betrachtet. Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) hat auf der Grünen Woche in Berlin betont, dass Saatgut als strategische Ressource anerkannt werden muss. Stephanie Franck, die Vorsitzende des BDP, hob hervor, dass ohne Saatgut keine landwirtschaftlichen Erträge möglich seien.

Langfristige Perspektiven in der Pflanzenzüchtung

Die Pflanzenzüchtung ist keine kurzfristige Maßnahme gegen Krisen, sondern ein langfristiger Prozess, erklärte Franck. Zwischen den ersten züchterischen Schritten und einer marktreifen Pflanzensorte können bis zu 15 Jahre vergehen. Um diese Vorsorgeleistung effektiv zu gestalten, benötigt es ein stabiles Innovationssystem mit klaren politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Bedeutung politischer Weitsicht wurde von Franck besonders hervorgehoben.

Pflanzenvielfalt als Risikomanagement

Ohne strategische Planung und Vorbereitung könnten laut Franck Krisenszenarien wie der jüngste Befall durch die Schilf-Glasflügelzikade häufiger auftreten. Dr. Philipp Schönbach von der Vereinigten Hagelversicherung VVaG unterstrich, dass regionale Wetterrisiken sehr unterschiedlich ausfallen können. Vielfalt bei Kulturarten und Sorten könne hier eine stabilisierende Rolle spielen, auch wenn sie keine absolute Sicherheit bietet.

Herausforderungen durch Nachbaugebühren und Patentrecht

Dietmar Brauer vom BDP machte auf die wirtschaftlichen Aspekte der Züchtung aufmerksam. Langfristige Investitionen sind schwer planbar in Zeiten wachsender Unsicherheiten. Laut Franck müssen Nachbau und Patentrecht kohärent betrachtet werden, um Innovation in der Pflanzenzüchtung zu sichern. Ein weiteres Problem ist das jährliche Entgehen von etwa 13 Millionen Euro an Nachbaugebühren für Züchterbetriebe, was langfristig nicht tragbar sei.

  • Forschung und Förderungen: Wichtig für nachhaltige Innovationen
  • Rechtliche Klarheit: Sicherung des Zugangs zu genetischem Material
  • Wirtschaftliche Stabilität: Notwendigkeit von Nachbaugebühren

Insgesamt zeigt sich, dass die Herausforderungen in der Pflanzenzüchtung vielfältig sind und sowohl politische als auch wirtschaftliche Maßnahmen erfordern, um langfristig die Ernährungssicherheit zu gewährleisten.

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