Die Düngeverordnung in Deutschland steht vor einem Umbruch, da immer mehr Bundesländer die Durchsetzung zusätzlicher Maßnahmen in den sogenannten Roten Gebieten einstellen. Niedersachsen hat sich nun einer wachsenden Liste von Ländern angeschlossen, die diesen Schritt gehen.
Niedersachsen folgt anderen Bundesländern
Am 21. Januar gab das niedersächsische Landwirtschaftsministerium bekannt, dass es die Implementierung der zusätzlichen Auflagen in den Roten und Gelben Gebieten pausiert. Dieser Schritt folgt ähnlichen Entscheidungen von Bundesländern wie Hessen und Nordrhein-Westfalen, die kürzlich ebenfalls auf die Überprüfung dieser Anforderungen verzichtet haben.
Rechtsgrundlage unter Beschuss
Der Hintergrund dieser Entwicklung liegt in einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Oktober 2025, das die rechtliche Basis für die Ausweisung der Roten und Gelben Gebiete auf Bundesebene als ungültig erklärte. Eine detaillierte schriftliche Begründung des Urteils steht jedoch noch aus.
Fortbestand der Düngeverordnung
Trotz der Aussetzung zusätzlicher Auflagen betont das niedersächsische Landwirtschaftsministerium, dass alle anderen Bestimmungen der Düngeverordnung weiterhin uneingeschränkt gelten. Dazu gehören Vorgaben wie die Einhaltung des Düngebedarfs, die Begrenzung auf 170 kg N pro Hektar, sowie Verbote der Düngung bei bestimmten Bodenbedingungen wie Nässe oder Frost. Wie genau „gefroren“ definiert wird, variiert allerdings von Bundesland zu Bundesland.
Bundesweit steigende Tendenz zur Aussetzung
Niedersachsen ist Teil einer wachsenden Gruppe von acht Bundesländern, die sich entschlossen haben, die zusätzlichen Anforderungen in den Roten Gebieten auszusetzen. Neben Niedersachsen und Hessen betrifft dies auch Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen.
- Hessen
- Niedersachsen
- Bayern
- Brandenburg
- Mecklenburg-Vorpommern
- Nordrhein-Westfalen
- Rheinland-Pfalz
- Sachsen
