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Schwache Dynamik im deutschen Getreideaußenhandel

Seit dem Sommer 2024 beobachtet man im deutschen Getreidehandel eine stagnierende Entwicklung der Import- und Exportzahlen. Während die Weizenimporte die Mengen des vorangegangenen Jahres erreichen konnten, deuten die Außenhandelsstatistiken des ersten Quartals des laufenden Wirtschaftsjahres auf eine zurückhaltende Handelsaktivität hin. Entgegen den allgemeinen Erwartungen liegt der Rückgang bei den Weizenexporten mit nur 5% unter dem Niveau des Vorjahres relativ gering. Dies lässt sich durch eine starke Ausfuhr im Juli erklären, die überwiegend Weizen der Ernte 2023 umfasste.

Eine erwartete Belebung der Exporte im September 2024 blieb aus. Mit rund 356.000 Tonnen fiel das Exportvolumen etwa 45% niedriger aus als im Vorjahr. Diese Entwicklung spiegelt sich ähnlich in allen inländischen Getreidesorten wider, mit Ausnahme von Hafer. Aufgrund einer schwachen Ernte im Jahr 2023 wurden in den Monaten Juli und August weniger Mengen ausgeführt. Im September allerdings konnte, gestützt durch ein vermehrtes Angebot an neu geerntetem Getreide, ein Anstieg der Exporte um 22,5% im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet werden.

Die Gesamtbilanz des deutschen Außenhandels mit Getreide zeichnet ein Bild der Vorsicht, insbesondere sind die gestiegenen Weizenimporte bemerkenswert. Diese liegen mit einem Plus von 7% über den Zahlen des letzten Jahres. Auffallend sind auch die relativ stabil gebliebenen Weizenexporte. Die überwiegende Mehrheit der Weizenlieferungen kam dabei mit 98% aus EU-Staaten, was einem Zuwachs von 5,5% gegenüber 2023 entspricht. Zudem haben sich die Importe aus dem Baltikum und Schweden deutlich erhöht. Die direkten Importe aus der Ukraine haben sich nahezu verdoppelt und sind dennoch zehnmal höher als vor dem Beginn des Krieges.

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