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Gefährliche Gase in Güllegruben: Risiken erkennen und schützen

Jährlich werden rund 33.000 Arbeitsunfälle in der deutschen Landwirtschaft gemeldet, von denen etwa 163 in Verbindung mit Gülle stehen, wie die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) berichtet. Zwei dieser Unfälle enden durchschnittlich tödlich. Insbesondere die Arbeit mit Güllefässern, Rührwerken, Pumpen sowie Schläuchen und Leitungen birgt hohe Risiken. Unfälle mit Güllegasen machen ungefähr acht Prozent der gesamten meldepflichtigen Unfälle aus.

In Güllegruben entstehen gefährliche Gase wie Schwefelwasserstoff, der in hohen Konzentrationen den Geruchssinn lähmt und schnell zu Bewusstlosigkeit und Atemstillstand führen kann. Kohlendioxid kann Erstickung oder Vergiftung verursachen, und Methan bildet mit Sauerstoff eine explosive Mischung. Deshalb sind in Bereichen um Gülleanlagen offenes Feuer, Rauchen und das Entstehen von Funken streng untersagt.

Um sich selbst und andere zu schützen, sind bei der Arbeit in und um Güllelager spezielle Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Dazu zählt das vollständige Entleeren der Lagerstätten, um das Nachströmen von Gasen zu verhindern. Weiterhin müssen Rührwerke abgeschaltet und gesichert werden, um unbeabsichtigte Inbetriebnahmen zu vermeiden. Für ausreichende Belüftung sollte entweder eine Zwangsbelüftung, eine Messung der Gaskonzentration oder der Einsatz eines unabhängigen Frischluftgeräts vorgesehen sein. Der Zugang zu solchen Bereichen muss stets gesichert sein, zum Beispiel durch die Nutzung eines Rettungsgurts und die Anwesenheit von mindestens zwei weiteren Personen.

Im Notfall ist schnelles und umsichtiges Handeln gefordert. Die erste Maßnahme ist das Absetzen des Notrufs unter der Nummer 112, gefolgt vom Abschalten aller Maschinen und der Sicherstellung einer adäquaten Frischluftversorgung. Weitere Hinweise zum sicheren Umgang mit Gülle bietet die SVLFG auf ihrer Webseite an. Es ist zudem essenziell, in Notfallsituationen ruhig zu bleiben und regelmäßige Schulungen zum korrekten Verhalten zu absolvieren. Nur durch solche Vorbereitungen lässt sich das Unfallrisiko bei der Arbeit mit Gülle wirksam reduzieren.

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