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Russlands Weizenexporte 2025: Ertrag schrumpft durch schlechte Feldbestände

Die Aussichten für die russische Weizenernte im Jahr 2025 deuten auf einen möglichen Rückgang hin. Laut einer aktuellen Studie von SovEcon steht die Ernte wegen schlechter Winterweizen-Bestände vor erheblichen Einbußen. Die Dezemberprognose für das Jahr 2025 wurde um drei Millionen Tonnen auf 78,7 Millionen Tonnen gesenkt, verglichen mit 81,9 Millionen Tonnen im Vorjahr und einem langfristigen Durchschnitt von 88,2 Millionen Tonnen. Besonders betroffen ist die Winterweizenernte, deren Prognose um 3,6 Millionen auf 50,7 Millionen Tonnen reduziert wurde.

Roshydromet, das russische Amt für Niederschlagsmeteorologie und Umweltbeobachtung, berichtete Mitte Dezember, dass etwa 37 Prozent der Winterweizenfelder in schlechtem Zustand waren, das schlechteste Ergebnis seit mindestens zwei Jahrzehnten. Ursache hierfür ist unter anderem das trockene Herbstwetter, das die Kulturen stark beeinträchtigte. In den letzten drei Monaten des Jahres 2024 fielen die Niederschläge in der Zentral- und Wolgaregion 20-40 Prozent geringer aus als üblich, im Süden sogar um 40-60 Prozent.

Die staatliche Pflanzenschutzaufsicht meldete für die Region Rostow am Don, eine wichtige Agrarregion im Südwesten Russlands, dass 22,8 Prozent der Felder lückenhaft waren. Aufgrund dieser Bedingungen senkte SovEcon seine Schätzung für den Ertrag von Winterweizen auf 34 dt/ha, ein Rückgang um drei Prozent gegenüber dem Vormonat. Nicht alle Felder haben das Vegetationsstadium erreicht und könnten sich erst nach dem Winter weiterentwickeln, sofern sie die kalte Jahreszeit überstehen.

Trotz der schwachen Entwicklung bei Winterweizen sieht es für den Sommerweizen besser aus. Die Produktionsprognose für Sommerweizen wurde um 0,6 Millionen Tonnen auf 27,9 Millionen Tonnen angehoben, begründet durch die Erwartung einer größeren Anbaufläche, die nun auf 13,3 Millionen Hektar geschätzt wird.

Die Exportaussichten für russischen Weizen und andere Getreidearten sind ebenfalls gesunken. SovEcon prognostiziert für die Saison 2024/25 insgesamt 52 Millionen Tonnen Getreideexporte, darunter 44,1 Millionen Tonnen Weizen, was 1,8 Millionen Tonnen weniger sind als bisher erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang, denn 2024 wurden noch 54,7 Millionen Tonnen exportiert. Für andere wichtige Kulturen wie Gerste und Mais wurden die Exportprognosen leicht angepasst.

Diese Exportbeschränkungen sind Teil einer Strategie, um den Agrarsektor stärker zu kontrollieren und auf die inländische Inflation zu reagieren. Für die ersten fünf Monate des Jahres 2025 wurden die Weizenexportquoten auf 10,6 Millionen Tonnen festgesetzt, was unter den Erwartungen der Marktteilnehmer liegt. Die Exportsteuer ist dabei um 15 Prozent auf 4.769 Rubel pro Tonne gestiegen.

Trotz dieser herausfordernden Bedingungen konnte Russland in der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2024/25 ein Rekordvolumen von 29,4 Millionen Tonnen Weizen exportieren. Ägypten hat sich dabei als Hauptabnehmer hervorgetan, gefolgt von Bangladesch und der Türkei, die im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger importierte.

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