Für die Ernte 2025 wird in Deutschland mit einem spürbaren Rückgang bei der Zuckerproduktion gerechnet. Nach Einschätzung der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ) könnten in der Kampagne 2025/26 etwa 4,4 Millionen Tonnen Rübenzucker erzeugt werden. Das wären rund 240.000 Tonnen weniger als im Vorjahr, ein Minus von etwa fünf Prozent.
Grundlage der Prognose ist eine Anbaufläche von rund 350.000 Hektar. Damit wird in diesem Jahr etwa zehn Prozent weniger Fläche mit Rüben bestellt als 2024. Ein vergleichbar niedriger Wert wurde zuletzt im Jahr 2020 verzeichnet. Beim Ertrag geht die WVZ von 82,6 Tonnen pro Hektar aus. Dieser Wert liegt zwar unter dem Vorjahresniveau, bleibt aber über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre von 78,5 Tonnen je Hektar.
Zum Kampagnenstart kann dennoch ein positiver Aspekt hervorgehoben werden: Der erwartete Zuckergehalt der Rüben soll von 16,3 Prozent im Vorjahr auf 17,2 Prozent ansteigen. Ob sich dieser Wert bis zum Ende der Ernte bestätigt, bleibt jedoch abzuwarten.
Eine zusätzliche Belastung ergibt sich durch den verstärkten Befall mit der Schilf-Grasflügelzikade. Das Insekt überträgt Pflanzenkrankheiten wie das Syndrome Basses Richesses (SBR) sowie Stolbur, im Feld auch als „Gummirüben“ bekannt. Trotz einzelner Notfallzulassungen von Pflanzenschutzmitteln ist bislang unklar, wie stark diese Krankheiten die Erträge letztlich mindern werden.
Die Prognose der WVZ beruht auf Proberodungen bis Mitte August. Bereits im vergangenen Jahr mussten die Erwartungen an den Zuckergehalt vor Beginn der Kampagne deutlich nach unten korrigiert werden. Daher mahnt der Verband zur Vorsicht bei der Interpretation der ersten Schätzungen.
