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Rapsschwäche setzt sich fort: Preise fallen weiter

Die Rapspreise haben sich in den letzten Tagen deutlich von der 500-Euro-Marke pro Tonne entfernt, ein Trend, der sich auch in anderen wichtigen Anbauregionen wie Winnipeg, Kanada, trotz schwieriger Wetterbedingungen fortsetzt. Dieser Preisrückgang ist teils auf fallende Preise bei Soja und Palmöl zurückzuführen. Aktuell liegt der Preis für europäischen Raps der neuen Ernte im August bei 464,75 Euro pro Tonne, was einem Rückgang von 12,75 Euro entspricht. Für November wird ein weiterer Rückgang um 8,75 Euro auf 485 Euro pro Tonne verzeichnet.

In Kanada erlebt Canola einen ähnlichen Rückgang im vorbörslichen Handel, mit einem Abfall um fast 9 CAD auf 662 CAD pro Tonne. Analysten verweisen auf die sinkenden Rohölpreise als Ursache für die allgemeine Abwärtsbewegung im Ölsaatenmarkt. Zusätzlich drücken geopolitische Entwicklungen wie die Konjunkturabschwächung in China und Friedensgespräche im Nahen Osten die Ölpreise, die binnen einer Woche um über 8 Prozent gefallen sind.

Die Rapsernte in Deutschland und Frankreich erlebt schwierige Bedingungen. Laut Agritel beeinträchtigen unbeständige Wetterlagen mit erneutem Regen in Nordfrankreich, den Benelux-Staaten und Norddeutschland die Ernteerträge erheblich. Besonders heftige Gewitter und anhaltender Regen erschweren die Ernte, und in Niedersachsen verhindern feuchte Böden das Befahren der Felder mit schweren Erntemaschinen, was dazu führt, dass teilweise Pflanzen unausgeerntet bleiben.

Der Raps erfüllt nicht die Ertragserwartungen, erläutert Guido Seedler vom Deutschen Raiffeisenverband (DRV). Die Pflanzen gingen nach einem nassen Winter geschwächt ins Frühjahr und erreichten nicht ihr volles Ertragspotenzial. Der DRV hat seine Ernteprognose für Raps in Deutschland daraufhin auf 3,8 Millionen Tonnen gesenkt. Auch die Strategie Grains hat ihre Schätzung für die EU-Rapsernte aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse auf 17,80 Millionen Tonnen reduziert, was einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr darstellt.

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