Anzeige
 

EU will Strafzölle auf russische Dünger deutlich erhöhen

Die Europäische Kommission plant, zusätzliche Zölle auf Stickstoffdünger und weitere Agrarerzeugnisse aus Russland und Belarus zu erheben. Der Handelsausschuss des EU-Parlaments hat diesen Vorschlägen mit großer Mehrheit zugestimmt. Die endgültige Entscheidung des Europäischen Parlaments steht zwar noch aus, gilt jedoch als Formsache.

Mit dem geplanten Maßnahmenpaket reagiert die Kommission auf die politische Lage und strebt eine geringere Abhängigkeit von Importen aus den beiden östlichen Nachbarstaaten an. Die Mitgliedstaaten hatten bereits im März ihre Zustimmung zum Zollpaket gegeben, das nun ab Juli in Kraft treten könnte. Die Abstimmung im sogenannten Mini-Plenum des Parlaments ist für den kommenden Donnerstag angesetzt.

Die Vorschläge beinhalten eine deutliche Erhöhung der Einfuhrabgaben auf stickstoffhaltige Düngemittel. Nach einer dreijährigen Übergangsfrist sollen die Zölle auf bis zu 430 Euro pro Tonne steigen. Neben Stickstoffdüngern sollen auch andere Agrargüter wie Honig, Zuckernebenprodukte, Nüsse und tierische Fette von den Maßnahmen betroffen sein.

Die landwirtschaftlichen Dachverbände Copa und Cogeca äußern sich besorgt über die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Betriebe in der EU. Beide Organisationen unterstützen zwar die politischen Zielsetzungen, fordern jedoch finanzielle Ausgleichsmaßnahmen. Insbesondere für die Düngemittelpreise sehen sie dringenden Handlungsbedarf, um den Erzeugern den Zugang zu bezahlbaren Betriebsmitteln zu sichern.

Ohne gezielte Unterstützung könnte die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft weiter unter Druck geraten. Copa und Cogeca betonen, dass die politische Last nicht allein von den Landwirten getragen werden dürfe. Angesichts gestiegener Produktionskosten und globalem Konkurrenzdruck sei eine Entlastung notwendig, um die Versorgungssicherheit in der EU langfristig zu sichern.

Weitere Agrarmarkt-Nachrichten

Bullenpreise fallen um 10 Cent, Kälberpreise steigen weiter an

Die aktuellen Entwicklungen auf den Fleischmärkten zeigen ein interessantes Bild: Während sich die Preise für Jungbullen und Kühe stabil halten, versuchen Schlachtbetriebe,...

Australiens Rekordernten 2025/26 steigern Weizen- und Gerstenexporte

Australiens landwirtschaftliche Produktion hat in der Saison 2025/26 einen bemerkenswerten Anstieg verzeichnet. Die Gesamternte an Winterkulturen wird auf 68,4 Millionen Tonnen geschätzt,...

EU-Klimazoll im Kreuzfeuer: Düngemittelpreise explodieren weltweit

Die Versorgung mit Mineraldünger ist derzeit gesichert, doch die Preise sind weltweit im Aufwind. Landwirte in Europa sehen sich mit drastischen Kostensteigerungen...

Ferkelmarkt boomt: Preise und Nachfrage steigen weiter an

Der Markt für Schweinefleisch in Deutschland zeigt derzeit ein geteiltes Bild. Während die VEZG (Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch) die...

Düngerpreise explodieren: Europas Landwirte vor großen Herausforderungen

Die Preise für Düngemittel steigen weltweit weiterhin rasant an, insbesondere für zukünftige Liefertermine. Ein führender Düngemittelimporteur warnt, dass Europa im Frühjahr 2027...