Der deutsche Kartoffelmarkt steht derzeit unter Druck, da lokale Erzeuger mit einer Überproduktion zu kämpfen haben. Inmitten dieser Herausforderung hat Aldi Nord kürzlich begonnen, Importkartoffeln aus Frankreich anzubieten, was bei den deutschen Landwirten auf Unverständnis stößt.
Preisdruck auf deutsche Erzeuger
Deutsche Bauern sehen sich gezwungen, ihre Kartoffeln teilweise unter Produktionskosten zu verkaufen. Trotz der schwierigen Marktsituation führte Aldi Nord in Kalenderwoche 7/2026 französische Kartoffeln ein, die mit einem Preis von 0,76 € pro Kilogramm deutlich über den 0,44 € pro Kilogramm für deutsche Kartoffeln liegen. Diese Entscheidung hat bei den heimischen Produzenten Unmut ausgelöst.
Die „LaVie“-Aktion
Die umstrittenen Kartoffeln stammen aus der Aktionssorte „LaVie“, die im Rahmen spezieller Aktionswochen angeboten wird. Laut Aldi Nord entstammen über 85 % dieser Sorte deutschem Anbau. Dennoch wurde aufgrund begrenzter Verfügbarkeit und hoher Nachfrage zeitweise auf französische Importe zurückgegriffen, um die Versorgung sicherzustellen.
Marketingentscheidung sorgt für Missverständnisse
Auf die Frage, warum eine Sorte mit überwiegend deutschem Ursprung als „französische Kartoffel“ vermarktet wird, antwortete der Konzernsprecher, dass es sich hierbei um eine reine Marketingmaßnahme handele. Diese sei zeitlich begrenzt und solle an den französisch klingenden Namen der Sorte anlehnen. Eine Stellungnahme zur wirtschaftlichen Lage der deutschen Erzeuger blieb jedoch aus.
