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Brandenburg: Proteste gegen das geplante EU-Mercosur-Abkommen

Brandenburgs Landwirte stehen vor herausfordernden Zeiten, da am kommenden Donnerstag massive Proteste gegen das geplante EU-Mercosur-Abkommen erwartet werden. Die Initiative „Land schafft Verbindung“ (LsV) plant Traktor-Blockaden auf Autobahnen, um ein starkes Signal gegen die Bedrohung durch zollfreie Importe aus Südamerika zu setzen. Diese Importe könnten die heimische Landwirtschaft massiv unter Druck setzen.

Importmengen in der Kritik

Der Landesbauernverband (LBV) Brandenburg ruft jedoch zur Besonnenheit auf. In einem Informationsschreiben an seine Mitglieder hebt der Verband hervor, dass die tatsächlichen Importmengen im Vergleich zur europäischen Produktion eher gering ausfallen. So machen die geplanten 180.000 Tonnen Geflügelimporte nur etwa 1,3 % der gesamten EU-Jahresproduktion aus, während Brandenburg allein im Jahr 2024 fast 100.000 Tonnen produzierte. Ähnlich verhält es sich mit Rindfleisch: Die angedachten 99.000 Tonnen entsprechen lediglich 1,5 % der europäischen Schlachtmenge.

Chancen für die Milchwirtschaft

Henrik Wendorff, Präsident des LBV, betont auch die potenziellen Vorteile des Abkommens. Es bietet europäischen Qualitätsprodukten Zugang zu südamerikanischen Märkten mit reduzierten Zöllen – ein Vorteil insbesondere für Butter und Joghurt. Für märkische Milchproduzenten könnten neue Exportmöglichkeiten entstehen, da auch Quoten für Käse und Milchpulver eingeführt werden sollen.

Interne Herausforderungen überwiegen

Laut dem LBV sind jedoch nicht die Mercosur-Importe das Hauptproblem für Brandenburgs Landwirtschaft, sondern vielmehr nationale politische Rahmenbedingungen und ordnungsrechtliche Verschärfungen. Seit 2015 ist beispielsweise die Zahl der Rinder im Land um ein Viertel gesunken und auch die Zuckerrübenfläche hat sich um 14 % reduziert – Entwicklungen, die unabhängig von Mercosur stattfanden.

Regulierung als Schlüsselthema

Der Verband argumentiert, dass der eigentliche Druck auf die Betriebe durch steigende Kosten und nationale Auflagen verursacht wird. Statt sich auf symbolische Gegner wie das Mercosur-Abkommen zu konzentrieren, sollten Anstrengungen unternommen werden, diese internen Regulierungen anzupassen.

Trotz der bevorstehenden Protestaktionen bleibt es entscheidend, den Fokus auf eine sinnvolle Anpassung innerstaatlicher Rahmenbedingungen zu legen, um den Betrieben langfristige Perspektiven zu bieten.

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