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RVZ schließt Untersuchung zu manipulierten Rinderpapieren ab

Die Raiffeisen Viehzentrale GmbH (RVZ) hat die Aufarbeitung der Manipulationsvorwürfe im Zusammenhang mit falschen Angaben zur Haltungsform bei Schlachtrindern abgeschlossen. Eine durch das Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG durchgeführte forensische Analyse kam zu dem Ergebnis, dass zwei Mitarbeiter über mehrere Monate hinweg Lieferdokumente systematisch verändert haben.

Nach Angaben der RVZ wurden zwischen November 2023 und Januar 2024 insgesamt 43 Fälle festgestellt, in denen Rinder fälschlicherweise als Tiere der Haltungsform 3 ausgewiesen wurden. Diese fehlerhaften Angaben betrafen etwa 1.100 Schlachtrinder. Die betroffenen Lieferunterlagen waren gezielt verändert worden, ohne dass andere Tierarten wie Schweine oder Schafe in die Vorgänge einbezogen waren.

Im Mittelpunkt des Betrugs standen zwei Beschäftigte der RVZ, die durch ihre Position Zugriff auf Standardformulare und Informationen zur Lebensmittelkette hatten. Die Prüfer stellten fest, dass sie nach einem klaren Muster vorgingen, indem sie die entsprechenden Dokumente manipulierten. Dabei nutzten sie vorhandene Erklärungen, um die Haltungsform der Tiere höher auszuweisen als tatsächlich gegeben.

Gegen einen der beiden beteiligten Mitarbeiter wurden arbeitsrechtliche Konsequenzen eingeleitet. Interne Maßnahmen wurden ergriffen, um mögliche Wiederholungen solcher Vorfälle auszuschließen. Die Unternehmensführung betonte, dass es durch das Vorgehen der Mitarbeiter weder zu einem finanziellen Schaden noch zu einem unrechtmäßigen wirtschaftlichen Vorteil für die RVZ gekommen sei.

Von den Vorgängen waren ausschließlich Rinder betroffen. Weder Tochtergesellschaften noch andere Beteiligungen des Unternehmens waren in die Manipulationen involviert. Die Untersuchung beschränkte sich somit auf einen eng umrissenen Zeitraum und eine klar abgegrenzte Tiergruppe.

Die Aufarbeitung der Vorwürfe durch KPMG nahm mehr Zeit in Anspruch als zunächst angekündigt. Ursprünglich sollten die Ergebnisse bis Mitte April vorliegen. Der Abschlussbericht verzögerte sich jedoch bis in den Mai hinein. Erste Hinweise auf Unregelmäßigkeiten wurden Ende Februar öffentlich, nachdem der Sanktionsbeirat der QS Qualitäts und Sicherheit GmbH entschieden hatte, die RVZ sowie verbundene Betriebe vorübergehend vom QS-System auszuschließen.

Die RVZ reagierte bereits frühzeitig mit strukturellen Anpassungen und internen Kontrollmaßnahmen. Nach Unternehmensangaben werden diese Veränderungen konsequent weitergeführt, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit in der Lieferkette zu gewährleisten. Als größter Viehvermarkter Deutschlands sieht sich die RVZ damit einem erhöhten Anspruch an Kontrolle und Nachweisführung verpflichtet.

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