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Deutschlands größter Düngerhersteller drosselt Produktion

SKW Piesteritz, einer der führenden Düngemittelproduzenten Deutschlands, muss seine Produktion aufgrund der aktuellen Marktsituation und politischer Entscheidungen reduzieren. Geschäftsführerin Antje Bittner erklärt, dass das Unternehmen bereits seit fast drei Jahren auf die Turbulenzen im Düngemittelmarkt durch den Konflikt in der Ukraine hinweist. Trotz dieser Hinweise wurden seitens der Politik keine wirksamen Maßnahmen ergriffen, um den Markt vor einer Überschwemmung mit kostengünstigen Importen aus Russland zu schützen.

Die Bundesregierung trifft Entscheidungen, die die Wettbewerbsfähigkeit von Firmen wie SKW Piesteritz beeinträchtigen und sie zunehmend aus dem Markt drängen. Trotz der hohen Kosten und strengen Auflagen hat das Unternehmen die Produktion von Düngemitteln bislang, vor allem während der kritischen Anwendungszeiten in der Landwirtschaft, aufrechterhalten. Aktuell sind diese Bedingungen jedoch aus ökonomischen Gründen nicht mehr haltbar.

Die Bundespolitik belastet nach Aussage von Bittner die Düngerindustrie übermäßig. Dies betrifft insbesondere die Kosten für Energie und Gas, welche die Produktion erheblich verteuern. Carsten Franzke, ebenfalls Geschäftsführer, fordert die Regierung auf, die Rahmenbedingungen so anzupassen, dass eine Fortführung der Produktion in Deutschland möglich ist.

Das Unternehmen, das in Deutschland der größte Produzent von Ammoniak und Harnstoff ist, sieht sich nun gezwungen, die Produktion dieser essentiellen Düngemittel drastisch zu senken. Dies betrifft auch AdBlue®, ein Produkt, das für die LKW-Logistik in Deutschland von großer Bedeutung ist.

Die lokale Politik und Wirtschaftsführer wie der Oberbürgermeister von Wittenberg, Torsten Zugehör, und der Landrat Christian Tylsch, warnen vor den negativen Folgen dieser Entwicklungen. Die Stickstoffwerke Piesteritz, ein Unternehmen mit langer Tradition und wichtiger regionaler Bedeutung, beschäftigen heute 860 Mitarbeiter und sind eng mit zahlreichen weiteren Arbeitsplätzen in der Region verbunden. Es besteht dringender Handlungsbedarf seitens der Politik, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit dieses wichtigen Industriezweiges zu sichern.

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