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Deutscher Weizenexport sinkt um 25 % in erster Saisonhälfte 2025/26

In der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2025/26 verzeichnete der deutsche Außenhandel mit Weizen und Mais einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Der Druck durch den internationalen Wettbewerb schränkt die Exportmöglichkeiten erheblich ein.

Weizenexporte stark rückläufig

Der Weizenexport aus Deutschland fiel von Juli bis Dezember 2025 auf rund 2,21 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von etwa 25 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Niederlande blieben der Hauptabnehmer, importierten jedoch ebenfalls 25 % weniger Weizen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bereits im Jahr davor waren die Importe der Niederlande aus Deutschland signifikant gesunken.

Auch nach Nordafrika, einem wichtigen Markt für deutschen Weizen, sanken die Exporte um 15 %, was vor allem auf den intensiven Wettbewerb mit Anbietern aus der Schwarzmeerregion und Argentinien zurückzuführen ist. Diese bieten vergleichbare Qualitäten zu deutlich günstigeren Preisen an, was nicht nur die Preisentwicklung in Deutschland beeinträchtigt, sondern auch das Potenzial für zukünftige Exporte einschränkt.

Deutschland bleibt Nettoexporteur

Trotz der sinkenden Exporte bleibt Deutschland ein Nettoexporteur von Getreide, da auch die Importe zurückgegangen sind. Von Juli bis Dezember 2025 wurden knapp 2,06 Millionen Tonnen Weizen importiert, was einem Rückgang von etwa 27 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders stark gingen die Importe aus Tschechien um 44 % und aus Polen um 6 % zurück. Im Gegensatz dazu stiegen die Einfuhren aus Frankreich um bemerkenswerte 93 %, auf insgesamt 294.101 Tonnen.

Entwicklung im Maishandel

Auch der Handel mit Mais verlief in der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres ruhiger als zuvor. Die Importe sanken um rund 30 % auf 937.594 Tonnen. Eine bessere Maisernte innerhalb der EU erhöhte das Angebot auf dem Binnenmarkt und reduzierte somit den Importbedarf. Die wichtigsten Lieferanten blieben Frankreich, die Niederlande und Österreich, während Drittlandsimporte, insbesondere aus der Ukraine, an Bedeutung verloren.

Auf der anderen Seite konnte Deutschland seine Maisexporte fast verdoppeln und erreichte eine Menge von 419.747 Tonnen, wobei vor allem in die Niederlande, nach Österreich und Italien geliefert wurde. Sollte die EU-Maisernte auch im Jahr 2026 gut ausfallen, wird erwartet, dass der Importbedarf weiterhin begrenzt bleibt und sich der Handel stark auf den Binnenmarkt konzentriert. Allerdings könnten witterungsbedingte Risiken in Südosteuropa das Handelsbild schnell verändern.

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