Ein Landwirt aus Mecklenburg-Vorpommern, der mehrfach wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen aufgefallen ist, darf seinen Führerschein behalten, obwohl er erneut geblitzt wurde. Der Vorfall ereignete sich im Juni 2025, als der damals 29-jährige Landwirt nahe Neustrelitz mit 85 km/h innerhalb eines Bereichs mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h erfasst wurde.
Wiederholte Verstöße und Konsequenzen
Bereits in den Jahren 2023 und 2024 war der Landwirt wegen ähnlicher Geschwindigkeitsübertretungen auffällig geworden. Der Landkreis reagierte diesmal mit einem Bußgeldbescheid, der ein einmonatiges Fahrverbot, einen Punkt in der Verkehrssünderdatei und eine Geldstrafe von 285 Euro vorsah.
Bedeutung des Führerscheins für landwirtschaftliche Tätigkeiten
Der Anwalt des Landwirts argumentierte vor dem Amtsgericht in Waren, dass sein Mandant auf den Führerschein dringend angewiesen sei. Er erklärte, dass der Bauer in einem Betrieb arbeite, der sowohl Tier- als auch Pflanzenproduktion umfasse. Insbesondere die Notwendigkeit, Gülle in einem engen Zeitfenster zu transportieren und auszubringen, mache den Führerschein unverzichtbar.
Alltagspflichten im Wolfsgebiet
Zudem müsse der Landwirt regelmäßig die Rinder auf der Weide sowie die Zäune kontrollieren, da sich das Gebiet in einer Wolfsregion befinde. Auch seine Rolle als Landschaftspfleger sei vor allem im Winter von Bedeutung.
Gerichtliche Entscheidung: Erhöhtes Bußgeld statt Fahrverbot
Das Gericht entschied schließlich gegen ein Fahrverbot und setzte stattdessen ein höheres Bußgeld fest. Die Strafe wurde auf 900 Euro erhöht und ein weiterer Punkt in Flensburg vermerkt. Diese Maßnahmen sollen den Landwirt dazu anregen, sein Fahrverhalten zu überdenken.
