Ab 2026 stehen Landwirte vor neuen Herausforderungen in der Schadnagerbekämpfung. Die bislang gängige Praxis, antikoagulante Rodentizide zur Prävention einzusetzen, wird erheblich eingeschränkt. Künftig ist eine vorherige Befallsermittlung zwingend erforderlich, und die Anwendung solcher Mittel ist zeitlich begrenzt. Diese Änderungen erfordern nicht nur ein Umdenken bei den Landwirten, sondern auch eine Anpassung an strengere Umweltauflagen.
Zunehmende Bedeutung der Prävention
Mit den kommenden Regelungen wird die Prävention einen zentralen Stellenwert einnehmen. Bauliche Maßnahmen zur Sicherung von Gebäuden, eine saubere Lagerhaltung und regelmäßige Kontrollen sind entscheidend, um die Notwendigkeit des Einsatzes von Rodentiziden zu minimieren. Diese vorbeugenden Maßnahmen helfen Landwirten, unter den neuen Vorgaben flexibel und effektiv zu bleiben.
Strenge Anforderungen an Anwender
Der Einsatz von antikoagulanten Mitteln wird stark reglementiert. Ab Juli 2026 dürfen diese nur noch von geschulten Fachleuten angewendet werden. Die bisherige Pflanzenschutz-Sachkunde reicht für diesen Zweck nicht mehr aus, obwohl es eine Übergangsfrist bis Mitte 2027 gibt. Landwirte müssen sich darauf einstellen, entweder selbst entsprechende Schulungen zu absolvieren oder professionelle Schädlingsbekämpfer zu beauftragen.
Umweltschutz im Fokus
Besonders in der Nähe von Gewässern gelten ab 2026 verschärfte Umweltauflagen. Der Einsatz von Rodentiziden ist dort nur in gesicherten Köderstationen erlaubt und erfordert besondere Vorsicht. Fehlerhafte Anwendungen könnten schnell zu Verstößen gegen Umweltschutzgesetze führen.
Alternative Bekämpfungsmethoden
Landwirte sollten sich auch mit alternativen Methoden vertraut machen. Neben chemischen Mitteln wie Cholecalciferol können mechanische Lösungen wie Schlagfallen in Innenräumen eine wirksame Alternative darstellen. Solche Methoden bieten die Möglichkeit, die Abhängigkeit von chemischen Rodentiziden zu verringern und gleichzeitig den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden.
