Die britischen Lebensmittelpreise steigen, während die Erzeugerpreise für Landwirte sinken. Dies sorgt für Unmut unter den Landwirten, die sich fragen, wer von dieser Diskrepanz profitiert. Am 4. Januar blockierten etwa 32 Landwirte in einer nächtlichen Aktion drei große Supermarktzentren in Northamptonshire, um auf ihre prekäre Lage aufmerksam zu machen und höhere Erzeugerpreise zu fordern.
Landwirte blockieren Supermarktzentren
In der Nacht zum Sonntag versperrten Landwirte mit ihren Traktoren die Zufahrten zu zwei Lagern von Tesco und einem Lager von Sainsbury’s in der Nähe von Daventry. Während beladene Lastwagen nicht ein- oder ausfahren konnten, durften leere Fahrzeuge und Mitarbeiter passieren. Der friedliche Protest verlief ohne größere Zwischenfälle, sodass die Polizei nach einiger Zeit wieder abzog. Die Demonstranten berichteten von verständnisvollen Lagerarbeitern.
Preisdruck und steigende Produktionskosten
Die Motivation hinter der Blockade ist klar: Die wachsende Unzufriedenheit über die niedrigen Erzeugerpreise bei gleichzeitig steigenden Verbraucherpreisen. Laut dem Magazin Farmers Weekly stehen viele Betriebe am finanziellen Abgrund. Teilnehmende Bauern aus sechs Grafschaften beklagen, dass ihre Produktionskosten steigen, während ihre Einnahmen nicht mithalten können.
Unabhängige Aktion gegen Supermärkte
Ein Sprecher der protestierenden Gruppe betonte, dass es sich um eine unabhängige Aktion handle, da viele Landwirte die Einkaufspolitik der Supermärkte nicht mehr hinnehmen wollen. Britische Produkte werden oft durch billigere Importe ersetzt, was die heimische Landwirtschaft gefährdet. Die Bauern fordern fairere Handelspraktiken und mehr Unterstützung für lokale Erzeugnisse.
Druck auf die Landwirtschaft wächst
Philip Weston, ein erfahrener Landwirt aus Hartwell, beschreibt die momentane Situation als äußerst belastend für Agrarbetriebe. Während Supermärkte Rekordgewinne verzeichnen und ihre Führungskräfte hohe Boni einstreichen, bleiben die Preise für landwirtschaftliche Produkte niedrig. Weston fordert eine engere Zusammenarbeit zwischen Einzelhändlern, Landwirten und der Regierung zur Sicherung fairer Preise.
Zukünftige Aktionen geplant
Laut den Organisatoren sind weitere Blockaden im Rahmen ihrer Kampagne in Planung, um auf Missstände aufmerksam zu machen und Veränderungen zu erzielen. In einer Stellungnahme äußerte das British Retail Consortium jedoch, dass britische Lebensmittel weiterhin bevorzugt würden und man sich um faire Bedingungen bemühe.
