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Tierärzte fordern Agrarminister: Verbot der Anbindehaltung jetzt!

In Deutschland stehen derzeit etwa 1,1 Millionen Rinder in Anbindehaltung. Diese Praxis schränkt die Tiere sowohl in ihrer Bewegungsfreiheit als auch in ihrem natürlichen Sozialverhalten ein. Aus diesem Grund haben sich 350 Tierärzte und Studenten der Tiermedizin an den Landwirtschaftsminister Rainer gewandt, um ein schnelles Verbot dieser Haltungsform zu fordern.

Tierwohl im Fokus

Die Veterinäre appellieren an Minister Rainer, einen klaren gesetzlichen Rahmen zu schaffen, der realistische Übergangsfristen und gezielte Förderprogramme für tiergerechtere Haltungsformen beinhaltet. Ziel ist es, sowohl das Wohl der Tiere zu verbessern als auch den Betrieben Planungssicherheit zu bieten. Dabei zeigen sich die Unterzeichner bereit, konstruktiv an der Umsetzung der Maßnahmen mitzuwirken.

Lange Diskussionen um die Anbindehaltung

Bereits seit 2015 wird auf politischer Ebene über das Ende der Anbindehaltung diskutiert. Ein Gesetzentwurf zum Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung war 2024 geplant, jedoch scheiterte die Umsetzung mit dem Zerbrechen der Ampelkoalition. Die vorgeschlagene Übergangsfrist von zehn Jahren sollte den Betrieben ausreichend Zeit geben, sich anzupassen.

Tierschutzbund unterstützt Initiative

Auch der Deutsche Tierschutzbund unterstützt das Anliegen der Tierärzte. Thomas Schröder, Präsident des Bundes, bezeichnet die Anbindehaltung als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Die eingeschränkte Bewegungsfreiheit und das begrenzte Verhalten seien aus tierschutzrechtlicher Sicht nicht hinnehmbar. Schröder fordert daher ein Ende sowohl der ganzjährigen als auch der saisonalen Anbindehaltung.

Unklarheiten im Forderungskatalog

Obwohl die Veterinäre klar für ein Verbot eintreten, bleibt unklar, ob sie ein generelles Verbot oder lediglich das Ende der ganzjährigen Anbindehaltung fordern. Ungeachtet dessen betonen sie die Notwendigkeit, vermeidbare physische und psychische Belastungen für die Tiere abzubauen.

  • Klare gesetzliche Rahmenbedingungen gefordert
  • Förderprogramme zur Unterstützung der Landwirte notwendig
  • Konstruktive Zusammenarbeit mit Tierärzten angeboten

Der öffentliche Brief an Minister Rainer kann auf dem Online-Portal von foodwatch eingesehen werden: Zum Brief.