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Getreidebauern droht drittes Verlustjahr durch explodierende Dieselpreise

Die landwirtschaftlichen Betriebe stehen angesichts der merklich gestiegenen Kosten für Diesel und Düngemittel vor herausfordernden Zeiten. Diese Entwicklungen könnten den Getreidebauern in Europa das dritte Jahr in Folge Verluste bescheren und die Nahrungsmittelinflation weiter anheizen, ähnlich wie es nach dem Beginn des Ukrainekrieges geschah.

Getreidepreise reagieren auf Ölschwankungen

Die Preise für Getreide zeigten sich jüngst volatil in Reaktion auf die Bewegungen der Rohölmärkte. An der Euronext waren die Weizenpreise in der Vorwoche gestiegen, bevor sie nun um 2,75 Euro je Tonne nachgaben. Diese Entwicklung folgte auf eine leichte Entspannung bei den Rohölpreisen, ausgelöst durch die temporäre Aufhebung einiger US-Sanktionen gegen russisches Öl. Dennoch bleibt die Unsicherheit hoch, insbesondere angesichts der Spannungen im Nahen Osten infolge des Iran-Konflikts und der Blockade der Straße von Hormus, die weiterhin den Energiemarkt beeinflussen.

Positive Wetterbedingungen mildern Ernteängste

Gute Wetterbedingungen auf der Nordhalbkugel wirken derzeit beruhigend auf die Erwartungen für die kommende Ernte. Laut dem Bericht von FranceAgriMer wird französischer Weichweizen aktuell zu 84 % als gut bis sehr gut bewertet, verglichen mit 74 % im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dennoch bleibt die Situation angespannt, da geopolitische Konflikte und schwankende Energiepreise immer wieder Druck auf den Getreidemarkt ausüben könnten.

Der Chefökonom der französischen Landwirtschaftskammer, Thierry Pouch, äußerte gegenüber Terre.net Bedenken über mögliche wirtschaftliche Schocks bei einer Verlängerung des Krieges im Iran. Die aktuellen Preissteigerungen bei Energie und Düngemitteln könnten demnach die Inflation weiter befeuern und damit auch die Landwirtschaft belasten.

Ein weiteres Verlustjahr droht

Analysten warnen davor, dass europäische Getreidebauern erneut finanziellen Engpässen entgegenblicken könnten, falls die gestiegenen Produktionskosten nicht durch höhere Getreidepreise ausgeglichen werden. Die Blockade der Straße von Hormus betrifft zwar nur einen kleinen Teil des globalen Getreidetransports, könnte jedoch Versorgungsengpässe verursachen. Auch eine erneute Inflationswelle ist nicht auszuschließen, wobei steigende Energie- und Düngemittelkosten als Hauptursachen gelten.

Seit 2022 hat sich der Lebensmittelkonsum nur zögerlich erholt. Wirtschaftsexperten weisen darauf hin, dass Verbraucher aufgrund steigender Preise gezwungen sind, Kompromisse einzugehen.

Rapspreise unterliegen ebenfalls Schwankungen

Die Rapspreise zeigen sich ebenfalls stark schwankend und folgen den Bewegungen am Rohölmarkt. Der Preis für den Mai-Kontrakt fiel zuletzt um 6,25 Euro je Tonne auf 505,25 Euro. Der Preisverlauf von Raps wird noch stärker von den Ölpreisschwankungen beeinflusst als jener von Getreide.

Geopolitische Spannungen wie die Blockade der Straße von Hormus tragen zur Unsicherheit bei und stützen hohe Energiepreise sowie das Risiko geopolitischer Einflüsse auf den Markt für Biokraftstoffe.

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