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Mercosur-Abkommen: Europäische Bauern skeptisch trotz Schutzklauseln

Die Zustimmung der EU-Staaten zum Mercosur-Abkommen hat in der europäischen Landwirtschaft für gemischte Reaktionen gesorgt. Während die Politik das Abkommen als Chance für den internationalen Handel sieht, äußern landwirtschaftliche Verbände weiterhin Bedenken. Vor allem der Schutz sensibler Agrarmärkte und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Bauern stehen im Mittelpunkt der Kritik.

Skepsis in der Landwirtschaft trotz Schutzklauseln

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass das Handelsabkommen mit Mercosur robuste Schutzklauseln enthalte, um die Existenzgrundlagen europäischer Landwirte zu sichern. Sie hob hervor, dass die Vereinbarung die Einhaltung von Einfuhrkontrollen sicherstelle und gleichzeitig den Agrarsektor durch 350 geografische Angaben stärken könne.

Dennoch bleibt die Skepsis in der Landwirtschaft groß. Der Zusammenschluss der europäischen Bauernverbände Copa-Cogeca kritisierte die Maßnahmen als unzureichend und kündigte an, den Protest fortzusetzen. Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) äußerte sich kritisch und bemängelte fehlende finanzielle Unterstützung für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP).

Politik sieht wirtschaftliches Potenzial

Auf politischer Ebene wird das Abkommen als wirtschaftlicher Meilenstein gesehen. Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil befürworteten die neuen Impulse für Handel und Wachstum. Das Abkommen sei strategisch wichtig für Deutschland als Exportnation, erklärte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche.

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer begrüßte zwar die vorgesehenen Schutzklauseln, hält jedoch eine Nachschärfung für möglich, sollten Importmengen sensibler Produkte wie Zucker oder Rindfleisch zu stark steigen.

Kritik von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen

Entwicklungshilfe- und Umweltorganisationen lehnen das Abkommen weiterhin ab. Brot für die Welt kritisierte es als unfair und warnte vor dem Ausbau von Monokulturen in Südamerika. Greenpeace forderte eine Neuverhandlung des Deals, da dieser den Klimaschutz gefährden könnte.

Trotz der Bedenken plant die EU die Unterzeichnung des Abkommens Mitte Januar in Paraguay. Zunächst muss jedoch noch das Europäische Parlament zustimmen, bevor das Abkommen in Kraft treten kann.

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