Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern stehen vor erheblichen Herausforderungen, da die Verarbeitungsmöglichkeiten ihrer Zuckerrüben durch einen unerwarteten Vorfall in der Schweiz beeinträchtigt wurden. Eine defekte Zuckerfabrik bei den Eidgenossen hat den Transport von zehntausenden Tonnen Rüben aus Norddeutschland zum Stillstand gebracht. Für die Betriebe bedeutet das ein Risiko erheblicher Verluste.
Verzögerungen im Rübentransport
Die landwirtschaftlichen Betriebe, insbesondere im Landkreis Rostock, sind auf den Absatzmarkt in der Schweiz angewiesen, um ihre Zuckerrüben zu verarbeiten. Normalerweise erfolgt der Transport ab Lalendorf bei Teterow per Zug nach Süden, jeder mit einer Kapazität von 18.000 Tonnen. Doch dieser Ablauf ist nun gestört, denn die Rüben warten ohne Aussicht auf schnelle Weiterverarbeitung auf ihre Abholung.
Qualitätsverlust und Produktionsstillstand
Da die Rüben nicht wie geplant transportiert werden können, zeigt sich ein weiteres Problem: Die Qualität der Ernte leidet darunter, dass sie an den Feldrändern lagert oder noch gar nicht geerntet wurde. Mit jedem Tag verschlechtert sich der Zustand der Rüben, was für die Landwirte zusätzliche Sorgen bedeutet. Die betroffene Schweizer Fabrik kann laut Unternehmensangaben in absehbarer Zeit nicht repariert werden.
Dringender Handlungsbedarf bei Nordzucker
In dieser schwierigen Lage richtet sich der Blick vieler Landwirte nun auf die Nordzucker-Werke in Anklam und Uelzen. Diese Anlagen verarbeiten normalerweise bis Mitte Januar die regionalen Ernten. Angesichts der aktuellen Situation fordern die Bauern eine Verlängerung dieser Kampagne, da andernfalls ein erheblicher Teil ihrer Ernte ungenutzt bleiben und verderben könnte. Der Norddeutsche Rundfunk berichtet jedoch, dass eine Entscheidung von Nordzucker noch aussteht.
Für die Landwirte ist es entscheidend, dass eine Lösung gefunden wird, um ihre Ernte vor Verlust zu bewahren und existenzielle finanzielle Einbußen zu verhindern. Eine Verlängerung der Verarbeitungskapazitäten wäre ein wichtiger Schritt zur Sicherstellung der landwirtschaftlichen Produktionskette in Mecklenburg-Vorpommern.
