Der Zuckerrübenanbau steht 2026 vor einem entscheidenden Wendepunkt. Angesichts des Wegfalls mehrerer wichtiger Wirkstoffe und der zunehmenden Resistenzentwicklung bei Unkräutern wird das Jahr zu einem Stresstest für die Herbizidstrategie der Landwirte. Insbesondere der Verlust von Chloridazon, Desmedipham und Triflusulfuron stellt die Anbauer vor neue Herausforderungen.
Abnehmende Verfügbarkeit von Wirkstoffen
Der kontinuierliche Rückgang verfügbarer Herbizide zwingt Landwirte dazu, ihre Unkrautbekämpfungsstrategien anzupassen. Mit dem Wegfall von Phenmedipham als Basiswirkstoff und den verbleibenden Restmengen steht fest, dass sich die Strategien ändern müssen. Auch Triflusulfuron ist nicht mehr verfügbar, was die Optionen weiter einschränkt.
Verfügbare Herbizide und deren Einsatz
Trotz dieser Verluste stehen den Landwirten noch einige Herbizide zur Verfügung. Die Basis der Unkrautbekämpfung bilden Mischungen aus Metamitron, Phenmedipham, Ethofumesat und Quinmerac. Ergänzt werden diese durch Chlopyralid, Dimethenamid-P oder Lenacil. Besonders hervorzuheben sind Produkte wie Belvedere Duo, das in verschiedenen Dosierungen eingesetzt werden kann.
Ergänzende Wirkstoffe und neue Möglichkeiten
Die Zulassung neuer Präparate bietet weitere Optionen zur Unkrautbekämpfung. Tanaris mit Quinmerac und Dimethenamid wirkt gegen eine Vielzahl von Unkräutern. Auch Venzar 500 SC mit Lenacil wird empfohlen, sollte jedoch auf nicht drainierten Flächen sparsam eingesetzt werden.
Effektive Strategien bei unterschiedlichen Bedingungen
Unter den gegebenen Bedingungen ist eine strategische Anpassung entscheidend. Eine frühe Anwendung von Glyphosat außerhalb Wasserschutzgebieten kann Altverunkrautung beseitigen. Für hartnäckige Unkräuter wie Windenknöterich ist eine frühere Applikation notwendig.
Additive erhöhen die Wirksamkeit
Der Einsatz von Additiven wie Hasten oder Access hat sich bewährt, besonders unter trockenen Bedingungen. Diese verbessern die Blattwirkung und unterstützen die Wirkung von Metamitron-haltigen Produkten.
Mischverunkrautung erfordert spezielle Maßnahmen
Gegen schwierige Unkräuter sind Kombinationen aus verschiedenen Herbiziden erfolgreich. Ein starker Befall erfordert höhere Aufwandmengen als in der Basisempfehlung vorgesehen, um den Ertrag zu sichern.
Einsatz des Conviso-Systems
Das Conviso-System bietet eine zusätzliche Option im Zuckerrübenanbau. Es basiert auf den Wirkstoffen Foramsulfuron und Thiencarbazone, die speziell für Smart-Sorten gezüchtet wurden. Die Anwendung muss jedoch präzise erfolgen, um Resistenzen zu vermeiden.
Bedenken und Risiken bei Conviso One
Laut der LWK Niedersachsen zeigt Conviso One gute Ergebnisse gegen typische Unkräuter bei optimalem Einsatzzeitpunkt. Allerdings gibt es Einschränkungen durch bestehende Resistenzen bei Ungräsern und bestimmten Unkräutern.
Zukunftsperspektiven im Rübenanbau
Die Zukunft des Rübenanbaus erfordert innovative Ansätze in der Herbizidstrategie und eine sorgfältige Planung zur Vermeidung von Resistenzen. Ein fruchtfolgeübergreifender Einsatz unterschiedlicher Wirkstoffe ist notwendig, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
