Anzeige
 

Gersten-Gen MKK3: Hoffnung für Landwirte bei feuchten Sommern

Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft vor immer größere Herausforderungen, insbesondere durch unvorhersehbare Wetterbedingungen. Eine der gravierendsten Folgen sind feuchte Sommer, die kurz vor der Ernte zu erheblichen Schäden führen können. Für Betriebe, die Gerste anbauen, bedeutet dies ein hohes Risiko: Beginnen die Körner auf der Ähre zu keimen, verliert die Ernte erheblich an Qualität. Dieser Prozess, bekannt als Pre-Harvest Sprouting (PHS), kann dazu führen, dass das Getreide für Backen und Brauen unbrauchbar wird und manchmal nicht einmal mehr als Viehfutter taugt. Weltweit summieren sich die Verluste bei Getreidearten wie Gerste, Weizen und Roggen auf Milliarden pro Jahr.

Gen MKK3: Schlüssel zur Keimruhe entdeckt

Ein Hoffnungsschimmer am Horizont könnte das Gen MKK3 bieten. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Carlsberg-Forschungslabors hat gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung einen wesentlichen Mechanismus entschlüsselt, der für die Keimruhe von Gerstenkörnern verantwortlich ist. Bei der Analyse von über 1.000 Gerstenlinien weltweit stellten die Wissenschaftler fest, dass in Wildgersten meist nur eine Genkopie von MKK3 vorkommt, während domestizierte Sorten bis zu 15 Kopien besitzen können. Je mehr Kopien vorhanden sind, desto kürzer ist die Keimruhe.

Veränderungen im MKK3-Protein haben ebenfalls einen Einfluss: Bestimmte Varianten können die Enzymaktivität erhöhen oder verringern und damit das Keimverhalten beeinflussen. Die Variante MKK3Q165 zum Beispiel fördert ein schnelles Keimen.

Feldversuche bieten neue Perspektiven

Langjährige Feldversuche belegen, dass Linien mit mehreren Genkopien oder der Q165-Variante schneller keimen und daher anfälliger für PHS sind. Diese Erkenntnisse eröffnen Züchterinnen und Züchtern Möglichkeiten, klimaresiliente Gerstensorten zu entwickeln. Ziel ist es, Sorten mit stabilen Erträgen und hoher Qualität trotz wechselnder Wetterbedingungen hervorzubringen.

Historische Wurzeln in alten Landrassen

Interessanterweise fanden Forscher die MKK3Q165-Variante in alten nordischen Landrassen wieder. Diese Gerstenarten wurden traditionell zur Herstellung von Whisky und Bier verwendet – Produkte, bei denen schnell keimende Gerste von Vorteil ist. Über Handelswege gelangte diese genetische Variante durch Wikinger bis nach Schottland und Island und wurde später in modernen Züchtungen genutzt.

Für viele Landwirte bietet diese Erkenntnis einen vielversprechenden Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Gerstenanbau – eine dringend benötigte Lösung angesichts klimatischer Unbeständigkeit.

Lesen Sie auch

Die 10 sparsamsten Traktoren 2025 – DLG-PowerMix im Vergleich

Wer beim Traktor auf jeden Liter achtet, sollte diese Zahlen kennen: Der DLG-PowerMix zeigt knallhart, welche Schlepper wirklich sparsam sind – und...

Fendt 728 Vario ist 2025 meistzugelassener Traktor in Deutschland

Die Neuzulassungen von Traktoren im Jahr 2025 zeigen deutlich, dass Fendt die beliebteste Marke unter deutschen Landwirten bleibt. Mit insgesamt 6.314 neu...

Fendt verliert 14,6 % – warum der Marktführer trotzdem gewinnt

Von 7.392 auf 6.314 Traktoren: Fendt verzeichnet den größten Einbruch aller Top-Marken. Dennoch baut der Allgäuer Hersteller seinen Vorsprung aus. Die Erklärung...

Fendt dominiert Traktormarkt: John Deere verliert in den Niederlanden

Die niederländische Landwirtschaft steht 2025 vor der Herausforderung eines schrumpfenden Traktorenmarkts. Mit nur 2.205 neu zugelassenen Traktoren im vergangenen Jahr, die eine...

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Acker

Photon-Dünger aus den USA: Schutz für Rüben, Kartoffeln und Obst

Mit dem Spezialdünger Photon, der ursprünglich aus den USA stammt, möchte das Unternehmen Crop Climate Management (CMM) neue Maßstäbe bei der Bewältigung...

Düngesaison startet: Was Landwirte ab 1. Februar beachten müssen

Mit dem Beginn des Februars endet die winterliche Sperrfrist für Stickstoffdünger und Gülle, ein wichtiger Termin im landwirtschaftlichen Kalender. Ab dem 1....

Trockenheit trotz Schnee: Winter gefährdet Grundwasservorräte

Während viele landwirtschaftliche Flächen unter einer Schneedecke liegen, reicht die Niederschlagsmenge im Winter bisher nicht aus, um das Grundwasser ausreichend aufzufüllen. Der...

Frostschäden im Ackerbau: So beeinflussen niedrige Temperaturen Pflanzen

Die derzeit niedrigen Temperaturen in Deutschland, die häufig um den Gefrierpunkt oder darunter liegen, stellen Landwirte vor Herausforderungen. Besonders betroffen ist der...

Effiziente Gülleausbringung: Tipps zur Reduzierung von Ammoniakemissionen

Die EU hat Deutschland verpflichtet, die Ammoniakemissionen bis 2030 um 29 % im Vergleich zu 2005 zu senken. Da die Landwirtschaft hierzulande...